Die Wahrheit über die Renaturierung der Erft

Autor: MPE alias Martina
01.04.2016
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Seit einigen Jahren schon kennt man in NRW das Problem, dass „tierliebende“ Zeitgenossen ihre exotischen Vierbeiner in heimischen Gewässern entsorgen, so zum Beispiel kleinere Krokodile, Schnappschildkröten oder ähnliche.

Dass es aber seit einiger Zeit zunehmend Probleme mit fleischfressenden Fischen in den von RWE durch Einleitung von Kraftwerks-Kühlwasser wohltemperierten Flüssen gibt, ist neu.

Zuletzt kam es zu Angriffen auf Paddler, die am Wiesenwehr Freestyle trainierten. Die ersten Unfallopfer waren noch davon überzeugt, sich an Dornen oder spitzen Steinen verletzt zu haben. Wie der Ichtyologe und Mitglied des ortsansässigen Kanuvereins Pedro Gutierrez aber mitgeteilt hat, handelt es sich tatsächlich um Rote Piranhas (Pygocentrus nattereri)

die sich aufgrund der zunehmend besseren Wasserqualität und des guten Nahrungsangebotes stark vermehrt haben und offensichtlich Paddler als potentielle Beute ansehen. Angelockt wurden sie jeweils durch Essensreste und die abrupten Wasserbewegungen der Freestyler.

Oben: Am Oberschenkel verletzter Paddler verläßt angsterfüllt sein Boot.

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Oben: Markerschütternde Schmerzensschreie schockieren Anwohner und Zuschauer

Zunächst hatte die Stadt Neuss durch amtlich beauftragte Angelvereine versucht, den Bestand zu reduzieren, indem sie die Fische zum Verzehr freigab – auch in ihrer eigentlichen Heimat sind die Fische schließlich als Delikatesse bekannt.

Man musste aber feststellen, dass diese Maßnahme nicht ausreichte, um des Problems Herr zu werden. Findige Controller des Kreises Neuss hatten kürzlich die Idee, aus dieser Situation Profit zu schlagen und gleichzeitig die prekäre Finanzlage des Kreises zu lindern: Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt erstellt werden, die die Verbesserung der touristischen Infrastruktur durch ein Maßnahmenpaket realisieren soll. Dazu gehören:

-Renaturierung der Erft, um den Bestand der Fische zu erhöhen,

-lokale Fischbeobachtungsstationen, zum Teil durch Glaswände unter Wasser,

-Zuchtstationen für die Fische,

-Angelzubehörverleih und Köderverkauf,

-Veranstaltung von Angelwettbewerben,

-Piranha-Watching-Events auf der Erft

-therapeutisches Schwimmen mit Piranhas,

-Anti-Fußpilzbehandlung durch bereits speziell gezüchtete Nordamazonaspiranhas.

Schon in der frühen Planungsphase werden das Deutsche Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen und das Unternehmen Hansaplast in die Planung eingebunden.

Die Stadt verspricht sich allein durch die Eröffnung von Fischspezialitätenrestaurants Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer in fünfstelliger Höhe pro Jahr.

Ein Fischrestaurant hat bereits den Betrieb eröffnet, die Spezialgerichte „Piposa“ (Piranha, Pommes mit Ketchup, Salat für erschwingliche 14,90 EUR) und „Baby-Piranha“ für den kleinen Hunger erfreuen sich sehr großer Beliebtheit.

Übrigens wird die Gefährdung von Paddlern durch die Fische von der Umweltschutzbehörde als eher gering eingeschätzt, da lediglich mit einem Kollateralschaden von zwei bis drei Paddlern pro Jahr zu rechnen sei.

Die Paddelzulieferindustrie hat bereits auf die Bedrohung reagiert und entwickelt bißfeste Paddelbekleidung und Spritzdecken - hier Test eines Prototyps der Bißfestigkeitsklasse IV:

Soulboater wird weiter über konkrete Maßnahmen und die weitere Entwicklung berichten.

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