Der Allier von Le Veurdre nach Apremont - Einsamkeit pur

Autor: MPE alias Martina
16.03.2018
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- Wieder einmal war soulboater-Reporterin Martina in ihrer neuen Heimat Frankreich unterwegs, dieses Mal wieder auf dem Allier – bei Hochwasser ca. 23 Kilometer von Le Veurdre nach Apremont. Da sag noch einer, sie würde nicht bei Temperaturen unter 15 Grad paddeln ...

Nach wochenlang miesem Wetter mit teilweise Dauerregen stand die gesamte Region unter Wasser.

Eigentlich war an diesem Tag der Cher angesagt, aber der Kanuclub von Lavault Saint Anne hatte Bedenken, mich mitzunehmen – man kennt sich ja schließlich nicht wirklich.

Soweit so gut, aber das Wetter war einfach zu schön, um nicht paddeln zu gehen.

Leider kam die Absage des Clubs erst gegen Mittag, so dass mir nicht mehr viel Zeit blieb.

Kurz entschlossen fuhren Shuttlebunny, Hund und ich nach Le Veurdre.

Dort schnell umgezogen und ab ging es Richtung Apremont. Ich war die Strecke noch nicht gefahren, wußte aber, dass auf der gesamten Länge gerade mal eine Brücke zu erwarten war und dass es ungefähr 23 Kilometer sein mußten.

Auf dem Wasser war ich ungefähr um 14:30, Sonnenuntergang gegen 17:00 Uhr, also genug Zeit. Außentemperatur ca. 6 Grad plus.

Das Wasser war natürlich saukalt, leider hatte ich meine Paddelhandschuhe in der Eile nicht gefunden, es mußte also ohne gehen.

In Ermangelung eines Trockenanzuges habe ich kurzerhand eine Regenhose über den Neo gezogen - ging überraschend gut.

War aber auch kein Problem, die ersten Kilometer gab ich Gas und dann war mir auch warm genug.

Der Allier ist auf dieser Strecke reines Flachwasser, es gibt keine Stromschnellen oder Wehre.

Das einzige „Problem“ stellen die vielen Inseln dar, manchmal weiß man nicht, wo genau es weitergeht.

Während der Fahrt hörte ich vielfach Kraniche rufen, die sich zu Hunderten auf den Wiesen rund um den Allier versammelten. Kormorane, Reiher und andere Wasservögel konnte ich auch beobachten.

Der Fluß war gut eingeschenkt und das Tempo selbst ohne eigene Kraftanstrengung ganz ordentlich.

Mir machte nur die Dämmerung irgendwann Sorgen. Auf der langen Strecke verlor ich jedes Zeitgefühl, ich hatte erst bei der einzigen Brücke bei Sancoins eine Ahnung, wo ich war.

Keine Menschenseele war auf den Kilometern vor und nach der Brücke zu sehen, auch kaum Häuser in Flußnähe.

Als Apremont in Sicht kam, war die Sonne schon untergegangen und ich auch ganz froh, angekommen zu sein – so warm war es schließlich auch nicht.

Mein Shuttlebunny war überrascht, dass ich schon da war, es stellte sich heraus, dass ich für die Strecke gerade mal 2 Stunden gebraucht hatte – und das mit einem herkömmlichen Wildwasserkajak!

Fazit: Sehr schöne, vor allem absolut einsame Tour, die einen die Zeit vergessen läßt. Das nächste Mal fahre ich sie aber nur bei höheren Temperaturen....

P.S.: Apremont ist ein sehr hübsches kleines Städtchen - sehr empfohlen für eine kleine Besichtigung im Sommer! Im Winter eher nicht, da sind sogar die öffentlichen Toiletten geschlossen...

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