Zehn praktische Cartwheel Tipps

Autor: Achim Jüttner
12.02.2003
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Die folgende Beschreibung beruht zum Teil auf meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen, vieles ist jedoch aus zahlreichen Lehrvideos übernommen und zusammengefasst.

"Old-School"-Workshop mit J.

Heute: Zehn praktische Cartwheeltips für Fortgeschrittene!

1. Passe die Geschwindigkeit deiner Wheels der Strömungsgeschwindigkeit an!: Wer hektisch oder zu langsam wheelt, kann seine Wheels nicht im richtigen Winkel halten. Grundsätzlich gilt: schnell, aber gleichmäßig.

2. Versuche den Cartwheel flach zu halten!: Korrigiere den Winkel übers Heck, indem du dein Paddel weiter weg vom Boot eintauchst und dein Heck heranziehst, sobald dein Boot zu sehr in die Vertikale gerät (wird sehr gut auf Pro State veranschaulicht).

3. Krafteinsatz beim ersten Ende, danach geht alles von alleine und du musst dich nur noch auf den Eintauchwinkel konzentrieren bzw. mit dem Wasser arbeiten: Volle Power raubt dir nur die Kraft und das Gefühl für den richtigen Eintauchwinkel. Versuche locker zu bleiben, die Hüfte nicht zu verkrampfen und ruhig zu atmen.


Achim in der Steindammwalze

4. Ein Cartwheel besteht aus einem Teil und nicht aus zwei Enden: Der Übergang von Front auf Backend sollte rund und weich sein.Wartest du auf einem Ende zu lange, sackt das Boot durch und du befindest dich nicht mehr im Sweetspot, weil du entweder zu weit angesaugt oder hinausgetrieben wirst (besonders wichtig bei Splitwheels). Die Arme bleiben immer gleich stark angewinkelt (außer bei Korrekturen, siehe 2.). Dadurch tauchen deine Enden vorne und hinten immer gleich tief ein - eine runde Sache. Will dein Boot absacken, verstärkst du den Druck auf deinem Paddelblatt und wheelst schneller. Der ganze Vorgang besteht aus einer fließenden Bewegung.

5. Du bist zu hoch auf dem Schaumberg und es droht der Washout: Halte das nächste Ende flacher und verringere die Rotationsgeschwindigkeit, damit dich der Rücklauf wieder in die richtige Position zurückzieht. Während dieser Korrektur kannst du Kraft schöpfen und Luft holen!


Achim auf der Casinowelle in Ahrweiler

6. Du steckst zu tief in der Walze: Setze die nächsten Enden vertikaler an und erhöhe die Rotationsgeschwindigkeit, bis du wieder in der richtigen Position bist.

7. Bootswahl (Juhu): Damit du so richtig in den Flow kommst, gibt es einige Kriterien, die ein gutes Cartwheelboot und dessen Ausstattung erfüllen sollten: Vorne und hinten gleiche Volumenverteilung, sonst bounced dein Boot beim Wheelen. Vor allem der vorderste Teil deiner Bootsenden muss slicy sein, sonst versaust du dir durch unnötigen Kraftaufwand deinen Eintauchwinkel bzw. du verpasst ihn. Breite Boote kosten Kraft beim Richtungswechsel und bei Korrekturen. Sie können jedoch für reine Left - oder Right-Hand-Sessions leichter im gleichen Winkel gehalten werden, da sie nicht so sensibel auf Technikfehler reagieren.

8. Haltung und Fittings: Bewege deinen Oberkörper immer nur ganz leicht nach vorne und nach hinten. Je mehr Halt du im Boot hast, desto besser kannst du die Kraft dieser Bewegung auf dein Boot übertragen. Jede überflüssige Bewegung bringt dich aus dem Gleichgewicht. Fitte dein Boot so, dass du bei der kleinsten Gewichtsverlagerung auf das Heck den Druck deines Rückengurtes spürst und bei der kleinsten Verlagerung auf den Bug den Druck deiner Fußstütze auf deinen Fersen und dem Mittelfuß. Fitten ist Millimeterarbeit! 1cm Spiel und dein Bootsgefühl geht flöten, außerdem verschwendest du Kraft.

9. Lehne dich nie mit deinem Gewicht auf das Paddelblatt und lasse den Kopf und Körper über dem Boot.

10. Mache leichte Ausgleichsübungen, um Haltungsschäden, einseitiger Belastung und Überlastungen vorzubeugen. Meine Erfahrungen: Übungen für Rückenstrecker (beugt einem Rundrücken vor), seitliche Rumpfmuskulatur (untere Bauch- und Rückenmuskulatur), Glutaeus Training (Hüftstabilisator). Schulter: Latissimus Training (zieht den Schultergelenkskopf nach unten, hilft gegen Impingement Syndrom der Schulter) evt. Butterfly verkehrt. Wer Probleme beim Paddeln hat, sollte sich an ein richtiges Rehafitnesscenter wenden. Spritzen, Krankengymnastik, Sauna u.ä. bekämpfen oft nur die Schmerzen, aber nicht die Ursache. Sport ist eben Mord. Paddeln in Maßen kann aber meiner Meinung nach sogar noch schlechter für die Knochen sein, als regelmäßig ins Boot zu steigen, weil dann die richtige Muskulatur fehlt. Mit Bodybuilding haben die oben beschriebenen Übungen nichts zu tun. Mit der richtigen Übung kann man in 3 Wochen wieder fit sein.

by Achim "J" Jüttner
Fotos © Achim

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