Zweiter Teil des Ostertripps in die Italienischen Seealpen

Autor: Martina
04.07.2011
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- nachdem der erste Teil (... und Gesso) doch bei eher durchwachsenem Wetter stattfand, wurde es jetzt besser und wir fuhren einen der schönsten Bäche der Gegend, die Maira.

Der Fluss entspringt ca. 40 Kilometer nordwestlich der Stadt Cuneo in den Bergen, die dort mit bis zu 3.180 Meter Höhe doch deutlich zeigen, daß sie den Namen "Alpen" verdienen. Die Strecke ist ca. 8 Kilometer lang und auf dem ersten Teil - je nach Wasserstand natürlich zwischen WW IV und III und anschließend II - III.

Will man den schwereren Teil fahren, steigt man kurz unterhalb einer Straßenabzweigung ein, die zum Dorf Elva führt. Wer es gemütlicher haben will, steigt weiter unten auf Höhe der Ortschaft Macra ein. Hier führt eine Teerstraße von der weiter oben gelegenen Landstraße hinunter an den Bach und man kann sehr bequem abladen und einsteigen.

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Dabei hatten wir das Vergnügen gleich mit zwei Arten wunderschöner Schmetterlinge:

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Die Maira zeichnet sich durch ihr sauberes Wasser aus und durch die tolle Landschaft. Die Schwierigkeiten sind alle gut vom Boot aus einsehbar und man muß nur an einem Wehr ggfs. umtragen. Sie zeigt sich gleich zu Anfang von ihrer schönsten Seite:

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Es geht - mit einer Ausnahme immer gut übersichtlich - auf einem offenen Flußbett daher, die Strecke wechselt zwischen einfachen Passagen und kurzen Katarakten, alle zwischen WW II-II+ bei höheren Wasserständen auch darüber.

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Nach ca. 2 Kilometern kommt eine Straßenbrücke, hinter der das einzige Wehr auf der Strecke zu umtragen ist.

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Dies geht recht leicht auf der flußabwärts betrachtet linken Seite.

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Danach geht es wieder landschaftlich superschön weiter durch Wald und an Felswänden entlang.

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Bis auf eine Stelle nach einer neuen Brücke bleibt es relativ einfach. Diese Stelle sollte man sich bei höheren Wasserständen anschauen, da sie überraschend in der ersten Rechtskurve nach der Brücke kommt und man aufgrund der bisherigen Schwierigkeiten nicht mehr damit rechnet.

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Dabei tauchen plötzlich ein paar größere Steine auf und man muß eine kleinere Stufe fahren. Mit Sicherheit ändert sich diese Stelle auch alle paar Jahre durch Hochwasser.

Danach geht es wieder einfach schön weiter

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bis zu einer Stelle, die bei höheren Wasserständen sicher gefährlich werden kann: Der Großteil des Wassers zieht hier direkt in eine große unterspülte Felswand mit höhlenartigen Eingängen. Hier sollte man sich möglichst weit links halten. Bei wenig Wasserdruck wie bei uns war das kein Problem trotz der spannenden Optik.

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Anschließend folgen keine Schwierigkeiten mehr, es wird zunehmend "wanderpaddlerisch" bis zum Ausstieg am Stausee von San Damiano.

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Man fährt dabei vom Ort aus über eine sehr steile geschotterte Straße zum Fluß hinunter. Mit etwas Schwung kamen wir aber auch mit den beladenen Autos wieder hoch.

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Auf der Rückfahrt nach Mondovi kommt man durch den Ort Dronero, der auf jeden Fall eine kleine Besichtigungstour wert ist. Leider war bei unserem Trip die Zeit zu knapp und wir sind nur durchgefahren.

Am nächsten Tag ging es auf den meiner Meinung nach sportlichsten Bach der Tour, die Vermenagna. Wer es gerne wuchtig und kanalartig mag, war hier bestens aufgehoben. Ich fühlte mich etwas an den Noguera Pallaresa (Spanische Pyrenäen) erinnert, auch wenn die Vermenagna weniger brutal und schnell war. Aber schnell war sie auf alle Fälle und in jedem Kehrwasser, das man kriegen konnte, war erst mal Durchatmen angesagt.

Aber ganz von vorne: Die Vermenagna liegt von den Schwierigkeiten auf dieser Strecke zwischen WW III+/IV- und dann nachlassend II+. Je nach Wasserstand auch darüber. Durch den kanalartigen Charakter und die schlechte Übersichtlichkeit sowie den Mangel an Kehrwässern ist sie - zumindest auf drei Vierteln der Strecke - sehr anspruchsvoll. Die Tour ist ca. 8 Kilometer lang und endet bei Robilante.

Der Einstieg liegt an der Landstraße von Roccavione nach Limone, ca. 5 Kilometer vor Limone rechts von der Straße an einem großen Sportgeschäft. Dort kann man auch gut parken.

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Allerdings müssen die Boote über die Mauer zum Fluß hinuntergehoben werden.

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Genauso wie man oben sieht, geht es auf den ersten Kilometern weiter: Kaum Kehrwässer, vor allem nicht für viele Paddler auf einmal, unübersichtlich, viele Kurven, hohes Gefälle. Teilweise geht es durch Orte.

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Nach ca. 1 Kilometer kommt von links Zuschusswasser durch einen Seitenfluß, ab hier wird es noch wuchtiger. 140_italie_vermenagna_0411_fileminimizer_500

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Durch Hochwasser verändert sich der Bachlauf ständig, es kommt zur Inselbildung und der Gefahr von Baumverhauen, die man erst im letzten Moment sehen kann.

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Je weiter man fährt, desto leichter wird es, der Fluss wird übersichtlicher, auch wenn Kehrwässer immer noch Mangelware sind.

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Ca. 5 Kilometer nach dem Einstieg kommt man dann an das einzige Wehr, das man recht mühsam links umtragen muß. Leider gibt es direkt davor keinerlei Ausstiegsmöglichkeit und der Fluß zieht auch ungebremst in das Wehr, daher muß man vor der Mauer schon aussteigen (im Bild unten kann man die Boote ganz hinten an der Mauer gerade noch erkennen) und die Boote dann hinter dem Wehr über die Mauer ablassen.

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Nach dem Wehr geht es immer noch wuchtig, aber leichter weiter, da alles übersichtlicher ist, der Fluß breiter wird und man die vereinzelt auftauchenden Walzen/Löcher ganz gut umfahren kann. Wer's mag, kann natürlich auch die sportliche Linie wählen...

Auf alle Fälle nimmt das Spiel- und Übungspotential des Baches gegen Ende deutlich zu.

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Der Ausstieg befindet sich dann an einer Brücke mit auffällig grünem Geländer auf der rechten Flußseite bei Robilante.

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Hier kann man auch gut parken und sich wieder umziehen, bevor es ins obligatorische Café im Ort geht, um den Après-Paddel-Expresso zu trinken.

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Fazit für beide Bäche: Während die Maira landschaftlich deutlich schöner ist als die Vermenagna, hat letztere den Vorzug, deutlich sportlicher zu sein. Für fortgeschrittene Anfänger geeignet würde ich nur die Maira halten, auf der Vermenagna sollte man schon sattelfester sein, da ein Schwimmer kaum ohne Blessuren das Ufer erreichen kann und das auch nur nach längeren Schwimmeinlagen in ziemlich kaltem Wasser.

Und nun noch ein Tipp auch für Nichtpaddler: Da wir am nächsten Tag leider wieder richtig übles Wetter hatten und sogar die Hardliner nicht paddeln wollten, haben wir uns die Grotta di Bossea angesehen, die ca. 20 Kilometer südlich von Mondovi gelegen ist.

Diese Tropfsteinhöhle ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert, immerhin ist es die zweitgrößte Tropfsteinhöhle Italiens und die über zweistündige Führung hat uns allen richtig Spaß gemacht.

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Weitere Infos unter: www.grottadibossea.com

Mal abgesehen vom eher gruseligen Wetter fand ich die Gegend um Mondovì ganz toll. Wir haben uns vorgenommen, auf jeden Fall noch einmal hinzufahren, eventuell aber im Herbst, damit man auch von den Eßkastanien etwas hat. Zudem hat gerade die Gegend um Bossea auch für Rennradler ihren Reiz, da es viele kleine relativ wenig befahrene Straßen gibt, die sehr schön gelegen sind. Man sollte nur vermeiden, während der italienischen Sommerferien dorthin zu fahren, ich denke, dann ist es da sehr voll.

Bericht und Fotos: Martina

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