schottische Westküste - Seekajaktouren

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Seekajaken in Schottland

Soulboater ist zwar eine Seite, die sich primär dem Paddeln im Wildwasser zuwendet, ich kenne jedoch kaum Wildwasserfahrer, die nicht auch einmal Flachwasser gefahren sind.

Wer zum Paddeln nach Schottland fährt wird aufgrund der Schönheit seiner Wasserflächen kaum darum herumkommen, auch einmal die schwammartig zerklüftete Küstenlinie und die vielseitigen Inselgruppen vom Seekajak aus zu erkunden.

Bild oben: Bucht von Scourie: von allem etwas, Felsen, Dünen, Lachsfarmen 

Für traumhafte Seekajaktouren bietet sich vor allem die Westküste Schottlands, mit ihrer gebirgsartigen Landschaft an. Zwar hat der Nordatlantik mit seinen Wellen und durch die Tiden verursachten Strömungen starken Einfluss auf den Schwierigkeitsgrad der Touren, aber es finden sich v.a. im Wellenschatten der Inseln und Lochs, Firths und Kyles auch jede Menge Möglichkeiten für Anfänger.  

Bild oben: Laxford Bridge / Blick Richtung Handa Island

Bild oben: Seekajaker Gruppe beim Ausbooten 

Hierzu muss man nicht einmal ein Seekajak besitzen oder mitschleppen, denn in fast allen Küstenorten der Westküste findet man Verleihfirmen oder Tourenveranstalter. Einfach die Flyer in den Infopunkten studieren, Telefonnummer oder Internetadresse aufschreiben und schon kann's losgehen.Wieder einmal erweist sich die "Insel" damit als eines der kanufreundlichsten Länder Europas. 

Kyleakin mit Skye Bridge: die Gruppe scheint erschöpft aber glücklich zu sein. Es hat den ganzen Tag geregnet, die Sicht ist miserabel und sie haben noch etwas zu lachen  

Gerade auf der Isle of Skye trifft man aufgrund der Touristenmenge wohl die meisten Veranstalter. Die Insel ist die meistbesuchte Hebrideninsel. Seit kurzem auch über Brücke zugänglich.

Strömung:

Natürlich sind durch den großen Tidenhub des Atlantiks mit dem Meereswanderpaddeln auch Gefahren verbunden. Weil die Westküste durch ihre Unterwassergebirge, großflächigen Kyles/Lochs/Firths, Engpässe, angrenzenden Cliffs und Inseln beste Vorraussetzungen für die Verwirbelung von Gezeitenströmung bietet sollte man sich möglichst bei der Fahrt nach den Gezeiten richten.

 

Hier eines der rauheren Paddel-Gebiete im Süden Schottlands: An den Klippen des Mull of Galloway rauscht das Wasser des riesigen Solway Firth in die Irische See hinaus. Es entstehen Strudel und ein kilometerlanges Kehrwasser: 

Im Windschatten und Strömungsschatten ist sicheres Paddeln noch drin, einmmal abgesehen davon, dass der Wind auf dem Foto ablandig ist: Puffin-Felsen  am Mull of Galloway:

Der Frachter zeigt das Außmaß dieses Kehrwassers

 

 Deutlich ist die Rotation des Eddies zu erkennen, im Hintergrund die Isle of Man.

hier stark herausgezoomt: ein Kanute wäre trotzdem nur ein kleiner Punkt in diesem Strudel. 

Es gibt noch wesentlich größere Strudel: Einer der größten weltweit befindet sich nur unweit nördlicher bei Oban im Gulf of Corryvreckan. Er verläuft über der Bergspitze eines unterseeischen Gebirges. Im Volksmund wird dieses Eddie dort "Whirpool" genannt. Boote mit Jetantrieben bringen Touristen dorthin. Alles ähnlich wie in Wales mit den "Bitches" bei Ramsey Island und Skomer Island.

Bild oben: massive Gezeitenwellen im Engpass des Kyle of Durness an der Nordküste bei auflaufendem Wasser.

Ein Reiz der anderen Art sind Gezeitenwellen, die bei mittlerer Tide über Sandbänken oder Riffen entstehen. Solange die Strömung auflandig ist und das Ufer erreichbar nah, dürften diese gut zu durchpaddeln sein. Sie entstehen beinahe an jedem Engpass der Lochs, sofern der Meeresgrund nicht zu tief liegt. Für Playboating empfiehlt sich ein gut motorisiertes Beiboot oder ein Jetski, um wieder auf die Welle zukommen.

Doch nun wieder in die ruhigeren Bereiche der Küsten:

Tierwelt - Whale Cruises:

Ein Touristenmagnet sind natürlich auch die Wale. Im Sommer sollte man vor allem auf Minkwale, Finnwale und Orcas treffen können. Delfine sind im Normalfall wesentlich wahrscheinlicher vorzufinden und selbst diese, so gab mir ein Ausflugs-Kapitän zu verstehen, habe er in seiner Bucht seit 9 Wochen nicht mehr gesehen. Dem entsprechend ergibt sich auch für den Seekayaker kaum die Chance, diese Tiere zu beobachten, es sei denn er hat einen erfahrenen Guide und viel Glück. 

Wer die größten Chancen haben will sollte sich auf kommerzielle Wale Cruises von 5 Stunden Dauer einbuchen. Es ist empfehlenswert schnelle Boote mit großer Reichweite zu buchen. Infos dazu auf allen Flyern in den Infopunkten, einige Links am Ende des Berichts.

Weitere Touristenmagnete sind die Kolonien der Puffins (Papageientaucher) und Seehunde (wobei es die an der Ostküste wesentlich öfter und sogar vom Auto aus zu sehen gibt. Außerdem die wiederangesiedelten Seeadler, die Fischotter und natürlich die Basking Sharks, über die ich bereits in meinem Cornwallbericht schrieb. 

 

Wer  1h vor bis 1h nach Hochwasser in die hintersten Arme der Lochs hineinpaddelt findet oft windgeschützte ruhige Bedingungen vor.

Man sollte es aber vermeiden in die Nähe der Lachsfarmen zu kommen. Meist sind die Straßen dorthin für PKW gesperrt. 

Vielzahl kleiner Inseln bei Fanagmore

 

Bei Ebbe besonders gut zu sehen, die Tangfelder, Sandbuchten und Felsküste 

 

  

Anlegesteg für die Personenfähre nach Handa Island in Tarbet. Ein optimaler Punkt zum einbooten

 

  

auf dem Weg nach Fanagmore, alle Straßen einspurig mit Ausweichmöglichkeiten.

Viele kleine Inseln lassen die Lochs der Schärenküste Schwedens ähneln.

  

 

 optimaler Input bei Fanagmore 

 Lachsfarmen bei Fanagmore und Ardmore Point

 

Unten: Oft ist nur wenige Meter neben der Küste ein Süßwassersee, alles sieht fast genauso aus.

 

Foindle, weiter im Inneren der Bucht: deutlich sind ringförmig die Lachs und Muschelfarmen zu erkennen. 

 

 

 

Nächste 4 Bilder Bucht bei Scourie mit Sandstrand und Friedhof 

 

 Bucht von Scourie 

 

 

 oben: Irvine Bay, Ayrshire (aber viel Industrie)

Bild oben: Loch Sligachan auf der Isle of Skye. Hier sind Kanu-Touren bis zur Isle of Raasay möglich. Kürzeste Verbindung Input Sconser, Output Suisnich.

 

 unten: Unapool, nicht zu verwechseln mit der südlicher liegenden, größeren Stadt Ullapool.

 Loch Glencoul bei Unapool

 Teahouse mit ausliegendem Fernglas bei Unapool: nur Delfine trauen sich ab und zu  unter der Brücke hindurch in den "Pool" 

 Ausflugsboot Unapool entlang der Muschelfarmen

  

Delfine sind die einzigen Wale, die sich unter der Brücke in den Pool hindurchtrauen. 

 oben und unten: Lachsfarmen in der Badcall Bay bei upper Badcall  

 Straße für "unauthorized persons" gesperrt.  

 Faraid Head neben Cape Wrath (Hintegrund), dem nördlichsten Punkt der Westcoast

 

 Blick nach Cape Wrath, offener atlantischer Ozean

 Balnakeil Bay 

Alternativen:

Wer auf Salzwasser mit Gezeiten nicht steht, findet oft auch ähnliche Vorraussetzungen in den größeren Süßwasserseen. Bild unten: Rannoch Moor, südlich Glencoul und Ben Nevis. 

 

 Bild oben: Loch Lomond, der größte Süßwassersee Großbritanniens

 

einige Links:

Soulboater Bericht "Paddelrevier Schottland"  - alles Wissenswerte für den Schottlandtrip

Sealife-adventures - Trips zum "Whirlpool" und längere Whale Cruises

Hebridian whale Cruises in Gairloch - Diese werben mit Orcas auf dem Titelblatt

http://www.west-scotland-marine.com/Whales.html Orca-Bilder aufgenommen bei  Whale Cruises in Ardnamurchan

http://www.seakayakplockton.co.uk - Seekajak Touren und Verleih auf Skye

http://www.whitewave.co.uk - Outdoor Centre auf Skye, Seekajakverleih und Touren

http://www.kayakscotland.com/ super Seekajaker Seite, Fotogalerie, Verleih, Touren

 


Text und Fotos: Uwe

 

Erstellt am 30.9.2011 

Vorige Beschreibung

Siverdale bis Garve: 3,5km

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Schottische Nordküste - Kajak surfen, Teil 1

Facts

Land Großbritannien
Ort Einstieg Glasgow
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Welle
Schwierigkeiten
(nach Addison)
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