Unterhalb der Steilzone - Mündung Soca

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Boka. Die beste Rinne Sloweniens

Da steile Banditruns momentan ziemlich in sind, hier nun mein Tip zum Frühjahr.
Normalerweise wird die Boka als kleiner Zubringer der Soca bei Zaga leicht übersehen. Unmittelbar nachdem sie aus einer Höhle im Kaninmassiv entsprungen ist, stürzt sie über den 106 m hohen Slap Boka in die Tiefe. Nur einen guten Kilometer weit ist es vom Fuß des Wasserfalles bis zur Mündung, der aber hat es in sich. Einen Haken hat die Sache natürlich. Den größten Teil des Jahres liegt die Boka nämlich trocken. Das Wasser versickert gänzlich im Geröllbett, und nur nach schweren Gewittern, wenn auch die Soca Hochwasser führt, ist sie befahrbar. Wenn man das Glück hat, ca. 10 cbm/sec. vorzufinden, kann man sein Glück wagen. Der Einsatz kann frei gewählt werden.

So weiter oben man einsetzt, desto steiler ist die Angelegenheit. Direkt hinter dem Wasserfall ist auf einigen Metern erst einmal High Noon angesagt. Fast ohne Kehrwasser schießt die Boka mit beachtlichem Gefälle talwärts. Wenn die linksseitige Felswand zurückweicht, nimmt das Gefälle merklich ab. Immer noch rasant geht der Ritt auf grünschimmernden Fluten der Soca entgegen. Unter der Straßenbrücke, die auf halber Strecke kreuzt, befindet sich ein kleines Wehr, das jedoch gut auf der linken Seite zu befahren ist. Die letzten Schwälle kann man noch so richtig genießen, bevor sich die Boka in die hochwasserbedingt braunen Fluten der Soca ergießt. Eigentlich ist der Spaß viel zu kurz. Wer Lust hat, kann das ganze gleich noch einmal machen. Es bietet sich allerdings an, die Fahrt auf der Soca fortzusetzen und das Wuchtwasser in der Schlucht bis Trnovo zu genießen.

Vorsicht, eine Befahrung der Boka ist ofiziell verboten. Zuwiderhandlungen können mit Vermerk im Reisepaß ("unerwünschte Person"), 500.-DM Strafe und Beschlagnahmung des Bootes von den slowenischen Sherrifs geahndet werden. BANDITRUN. Solltet Ihr Euch trotz dieser Warnung für eine Befahrung entscheiden, hütet Euch vor Rangern und dem slowenischen Trachtenverein


Kurzbeschreibung Boka
Ein- und Aussatzstelle frei wählbar. Frühestens nach der Steilzone am Fuße des Boka-Falls.
Streckenlänge: 1km.
Wassermenge: ca.10cbm/sec.
Charakter: Steiles Geröllbett mit wenigen Kehrwässern.
Schwierigkeiten: Zunächst auf 300m WW 5, dann WW 4 abnehmend WW 3.
Gefälle: Am Anfang ca. 100°/oo, bis zum Ende sinkend auf 20°/oo.
Besonderheiten: Steck-/Klemmgefahr im oberen Teil, Wehr unter der Straßenbrücke.
Anmerkung: Das Kanumagazin und der Kanusport haben es aufgrund des bestehenden Befahrungsverbotes abgelehnt, einen Artikel über die Boka zu veröffentlichen. Diese Tatsache alleine bürgt schon für die Qualität dieser Rinne!

Nils Kagel

Vorige Beschreibung

Surfwelle Ainet, Raftausstieg

Nächste Beschreibung

2. Klamm, Ende 1. Socaklamm - Ende 2. Klamm

Facts

Land Slowenien
Ort Einstieg Tolmin
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Sturzbach
Niederwasser 100
Mittelwasser 110
Hochwasser 120
Schwierigkeiten
(nach Addison)
III+|3|A - V+|4|B