Tiefenbachklamm

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Brandenberger Ache - Tiefenbachklamm

Die Ortschaft Kramsach gilt als eine der Pilgerstätten für die meisten europäischen Paddler. Die Brandenberger-Ache mit ihren wunderschöne Klammen und Schluchten, sowie einige kleinere Bäche in der Umgebung bilden den Grund dafür, warum es jedes Jahr eine Vielzahl von Kajakfahrern in diese Region verschlägt.
Dadurch das 1978 naturbegeisterte Menschen mit heftigen Protestaktionen die Verbauung der Wiestalklamm durch eine Staumauer vereitelten, können wir heute noch eine Fahrt durch die Schluchten der Brandy genießen. Hier noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Naturschützer, ohne sie würde vor allem die junge Generation nicht einmal wissen, welch ein großartiges Stück Natur damit zerstört geworden wäre.

Anfahrt: A8 bis zum Inntaldreieck bei Rosenheim und dort Richtung Innsbruck. Ca. 40 km vor Innsbruck befindet sich die Autobahnabfahrt Kramsach.
Einstieg: Von Kramsach fährt man Richtung Brandenberg. An der Brücke der Straße Brandenberg Richtung Aschau geht ein kleiner Steig zum Fluss hinunter
Pegel: Dieser befindet sich beim Gasthaus Mariatal, 50m oberhalb der Fußgängerbrücke. NW: 50, MW: 70, HW: ab 90
Schwierigkeiten: WW 4/4/b; 1 Stelle (Strahl) 5/5
Ausstieg: Dort wo die Straße von Aschau Richtung Kramsach wieder zum Fluss kommt

Die Tiefenbachklamm ist landschaftlich, sowie wildwassertechnisch eine sehr imposante Klamm und fordert an einigen Stufen und Katarakten sicherlich jeden Paddler. Spätestens am „Strahl“ werden auch die wirklichen Könner auf ihre Kosten kommen.


Robert auf der Brandy

Nach leichtem Beginn, bringt einen der erste stark verblockte Katarakt in die Klamm. Dieser kann auch auf der rechten Seite besichtigt werden. Der Katarakt ähnelt stark einem Slalomparcour und lässt einem, obwohl alles vom Boot aus ersichtlich ist, schon ein bisschen ins Schwitzen kommen. Bei wenig Wasser wird er ziemlich steckgefährlich.


Der Eingangskatarakt

Weiter geht es über etliche Stufen, Rutschen und steile Katarakte bei denen oft eine genaue Einhaltung der Spur gefragt ist und die mehrmals zu einer Besichtigung zwingen. Acht sollte auf einige z.T. ziemlich giftige Unterspülungen gegeben werden.

Kurz nachdem sich der Fluss wieder etwas verbreitert, taucht die zweite Fußgängerbrücke auf. Vor dieser Brücke sollte unbedingt angelandet werden, ab hier tragen die meisten Paddler zum Klammsteig hoch. Die nächste Stelle ist der berühmt, berüchtigte „Strahl“ (WW 5/5), dieser mit satten Abfällen garnierter, äußerst gemeine Katarakt, bei dem das meiste Wasser durch die Unterspülung an der rechen Wand geht, sollte wirklich nur von Könnern nach einer eingehenden Besichtigung befahren werden.


Besichtigen bzw. umtragen ist zwar anstrengend aber notwendig. Paddler: Maggo


Gerhard Braune in der Einfahrt zum Strahl


Im „Strahl“ bzw. Gerhard auf der Flucht vor der unterspülten Wand

Zumeist ist der „Strahl“ aber durch Bäume verlegt und eine Befahrung ist dadurch verhindert. Umtragen kann man nur auf der linken Flussseite. Hierbei muss man, wenn auch etwas mühsam, die Kajaks bis zum Klammsteig hoch schleppen, nach einigen Metern gelangt dann man durch eine Felsrinne wieder zum Bach. Direkt nach dem Einstieg, lauert eine coole Stufe, die wilder aussieht als sie ist. Hierbei befindet sich Mitte- links die beste Spur.


Die erste Stufe nach dem „Strahl“

Nach einigen Abfällen und verblockten Stellen, erblickt man erneut eine Fußgängerbrücke. Davor befindet sich der sogenannte „Maier-Gumpen“, dieser Katarakt sollte unbedingt besichtigt werden, hier gab es bereits einen tödlichen Unfall. Es ist am vernünftigsten den gesamten Katarakt links auf den Felsplatten zu umfahren. Rechts befindet sich ein äußerst steckgefährlicher Abfall. Schon die kleine Einfahrtsstufe sollte ganz links befahren werden, rechts ist diese ebenfalls klemmgefährlich (an dieser Stelle steckte ein Bekannter von mir ziemlich böse). Dann tastet man sich vorsichtig in der Nähe des linken Ufers bis zur Kante der finalen Rutsche vor, diese endet in einem großen Pool.

Nach einigen etwas leichteren Stellen folgt der „Silberkatarakt“, es empfiehlt sich hier ebenfalls auf der rechten Seite, am Klammsteig zu besichtigen. Rechts findet man zumeist die beste Spur.


Der Silberkatarakt bei NW Rider: Robert

Hat man den „Silberkatarakt“ hinter sich, geht es in eine kurze Klamm, mit senkrechten Wänden, in der Umtrageaktionen nicht mehr möglich sind. Dort fordern noch ein kräftiger Abfall der links umfahren werden kann und die rückläufige Ausgangsstufe den Paddler.

Ein herzliches Dankeschön geht an Bernhard Mauracher, Manuel Arnu und Markus Csaki für die freundliche Unterstützung durch Fotos

More Facts:

Ausrüstung: Eine gehobene Sicherheitsausrüstung mit vollständigem Bergematerial ist in der Tiefenbachklamm Pflicht
Gefahrenhinweise: Unterspülungen, Bäume, zu hoher Wasserstand
Scouting: Vor einer Befahrung kann und sollte man sich die gesamte Schluchtstrecke vom Klammsteig aus anschauen
Onlinepegel: gibt’s nach natürlich auch hier auf Soulboater.com
Übernachten: kann man bei einen der drei Campingplätze in Kramsach z.B.: beim Campingplatz Seehof
Alternativen: Beschreibungen der Kaiserklamm, Pinegger-Klamm und des Saugrabens folgen um Mai 2005

Beschreibung: Stocki

Bilder: Manuel, Hubert, Maggo, Robert, Tommi, Stocki

Vorige Beschreibung

Alto Ulla - Torrentes de Macara

Nächste Beschreibung

Ferreira - Stausee, 28km

Facts

Land Österreich
Ort Einstieg Kufstein
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Klamm
Niederwasser 50
Mittelwasser 70
Hochwasser 90
Schwierigkeiten
(nach Addison)
IV|3|B - V|4|B