Caßdorf bis Unshausen

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Die Efze

 - Geografie und Lage:

Die Efze entspringt im Knüllgebirge (ca. 600m ü. NN) in der Nähe von Schwarzenborn und mündet bei Wabern in die Schwalm.
Die nächste größere Stadt ist Kassel etwa 35km nördlich.

Anfahrt und Parken:

Am Besten erreicht ihr die Einsatzstelle über die A7, Abfahrt Homberg/Efze. Dann geht’s über die B323 bis nach Caßdorf. Im Ort dann in die Strasse „Am Wasser“ fahren und nach den Häusern bei einem kleinen Steg am Wegrand parken.
Zum Ausstieg gelangt ihr von Caßdorf über die B254 nach Unshausen, dort biegt man im Ort links ab und fährt immer Richtung Sportplatz. Hier gibt es auch einen Parkplatz.

Info:

Der Bach ist nur fahrbar wenn es lange genug geregnet hat oder im Frühjahr die Schneeschmelze für genügend Wasser sorgt. Am besten den Pegel in Hebel an der Straßenbrücke ablesen. Hier sollte der Übergang vom Betonsockel zu den Steinen erreicht sein.
Am zerfallenen Wehr zwischen Berge und Hebel muss man links aussteigen und die ganze Sache besichtigen.
Leider wird der Bach aufgrund der Neuordnung hessischer Fliessgewässer wohl gesperrt werden.

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Strecke:
An einem kühlen Ostermontag, ich hatte gar keinen Bock zum Paddeln, sollte es zur Efze gehen. OK, es war Ostern, ich saß dieses Jahr noch nicht im Boot und das neue wasserdichte Gehäuse musste auch ausprobiert werden. Eigentlich wollte ich alles absagen, aber Otti, den ich lieber zur Diemel geschickt hätte, sagte „ … wenn ich nen Termin habe, dann steht der auch!“. Also auf zur Efze, ein Bach auf dem ich als Kind mit alten Autoreifen meine ersten Paddelversuche machte.

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Ich traf mich also mit Otti in Hebel an der Brücke, wo man sehr gut den Pegel ablesen konnte.
Alles war bestens, super Wasserstand, Otti war gut drauf und so nahmen die Dinge ihren Lauf!
Wir fuhren zur Einsatzstelle und nach mehrmaligen Versuchen einen Landstart zu umgehen musste ich dann doch. Huh, geschafft! Ich blieb im Boot und die Fahrt ging los.

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Recht flott fand ich und wir tauschten die Kamera, im neuen Unterwassergehäuse um uns gegenseitig zu knipsen.


Mit den Worten „Ich glaub ich lieg gleich im Bach!“ ging es weiter. Otti gab mir die Kamera zurück und schon passierte es, ich treibe rückwärts, als er ruft „Ein Baum“.
Zu spät erkenne ich die Gefahr, hänge vor dem blöden Baum und muss zum ersten Mal raus!

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Soweit war es ganz in Ordnung, mal abgesehen von der Wassertemperatur. Ich schwimme also, hab Boot und Paddel sicher, als ich auf Ottis Tip hin merke, dass die Kamera weg ist.
Shit! Knapp zwei Kilometer gepaddelt und 400€ in den Sand gesetzt!
Wir suchen eine knappe Stunde nach der Kamera und ich hab immer weniger Lust zum Paddeln! Gefunden haben wir sie natürlich nicht.


Es folgen ein netter Schwall und  schöne Kehrwässer zum Üben, aber ich schieb nen richtigen Frust; erste Tour des Jahres, geschwommen bei 8° Lufttemperatur, Kamera weg und eigentlich kein Bock zum Paddeln!

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Naja, der Otti motiviert mich und es geht weiter, ich hab eigentlich die Schnauze schon richtig voll, da kommt ne nette Stufe in Mühlhasen bei den Anglern.
War gut zu fahren, aber ich bin mit meinen Gedanken noch bei meiner kleinen Olympus, welcher Fisch macht denn schon Fotos? Oder welcher Angler, Bauer, Wanderer oder sonst jemand wird meine Kamera finden.

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Und so geht’s einige quer liegende Bäume  passierend weiter nach Berge, das kenn ich, bin dort als Kind jeden Sommer bei meiner Oma gewesen und habe einigen Wasserkontakt gehabt! Meine Stimmung steigt ein wenig, gern erinnere ich mich an die „gute alte Zeit“ zurück, als ich mit den Schläuchen alter Autoreifen gepaddelt bin und wie oft ich ins Wasser fiel. Während ich mit Otti über meine Kindheit und Jugend plaudere folgt das erste Wehr der Strecke, wir sind an der alten Kartonagefabrik angekommen, das Wehr ist fahrbar!


Hinter dem Wehr machen wir eine kurze Pause, da wir uns auf ca. der Hälfte der Strecke befinden. Die Strecke im Anschluss ist für mich was Besonders, es geht vorbei am ehemaligen Garten meiner Oma, an einem Hof, wo ein Freund von mir wohnte und meinem ehemaligen Bolzplatz, bis hin zu einem kleinem Wald, wo ich früher meine Streiche ausheckte!

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Ok, wir trafen ein paar Angler, welche im Übrigen sehr freundlich waren, setzten unseren weg Stromabwärts fort und erreichten das nächste Wehr.
Dieses war voll von Ästen und am Ufer war das Aussteigen eine echte Plagerei.
Während ich mich rechtsufrig raus quäle, schaut sich Otti das Ganze von links an und geht baden! Nach seiner Besichtigung entscheidet er sich das Wehr zu fahren, so kenne ich ihn!
Ich sichere unten, im Wasser stehend mit dem Wurfsack. Er fährt auf eine leicht unterspülte Schieferwand zu!  Alles klappt, er trifft die optimale Linie und wir setzen die Fahrt in Richtung Hebel fort.

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Die Efze hat hier eine recht flotte Strömung und als es zu regnen beginnt, sind wir froh gut voran zu kommen.
Auf der folgenden Etappe bis zum Ausstieg herrscht gute Strömung, leider sind einige Bäume im Wasser, aber wir spülen uns runter bis zur Mündung in die Schwalm. Dort steigen wir am Sportplatz in Unshausen aus.

Fazit:
Im Nachhinein für mich persönlich eine der schönsten Touren, kannte ich doch alles von Spaziergängen und Radtouren von Land aus habe ich viel Neues entdeckt und Altes wieder erkannt. Außerdem liegt der Bach direkt vor der Haustür, keiner paddelt da und man wird an Ein/Ausstieg von Spaziergängern, Radfahrern und Passanten angesprochen, „Geht das denn hier überhaupt?“. Einen Herzlichen Dank möchte ich auch dem Spaziergänger sagen, der an der Einsatzstelle noch ein Paar Fotos von uns gemacht hat.

Meine Kamera hab ich übrigens sechs Tage später wieder gefunden. Angeseilt, mit Taucherbrille, knappe 150m von meiner Kenterstelle. Glück gehabt! Alles etwas matschig aber sie funktioniert dank dem wasserdichten Gehäuse nach sechs Tagen im Bach noch.

Michael Hafermas

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Passerschlucht

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Kattfossen

Facts

Land Deutschland
Ort Einstieg Kassel
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
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