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Große Rodl, Mühlviertel

Jedes Frühjahr, sobald der Schnee zu schmelzen beginnt, lockt uns ein kleines aber feines, unter Paddlern vielleicht nicht ganz so bekanntes WW-Revier: das Mühlviertel.
Es bietet eine Vielzahl von kleinen verwinkelten aber auch größeren Bächen die sowohl sportlich als auch landschaftlich sehr interessant sind.
Hier, in meinem ersten Beitrag über das Mühlviertel möchte ich euch meinen Favoriten: den unteren Teilabschnitt der großen Rodl, vorstellen.


Keine Seltenheit: Schnee im Mühlviertel

Anfahrt:
Über die A1 (Westautobahn) nach Linz. Ab Linz fährt man Richtung Rottenegg. Nach der Ortschaft Walding, bevor die Bundestraße bergauf Richtung Gerling geht, nach Rottenegg abbiegen. Bei der ersten Brücke, die über die große Rodl führt, befindet sich der Ausstieg.

Der Pegel: befindet sich in Rottenegg unter einem Fußgängersteg kurz unterhalb der Mündung der kleinen Rodl. NW: 160 (sehr steinig), MW: 180 – 200, HW: ab 200 wird’s wirklich grob
Mein persönlicher Idealwasserstand: 190

Charakter: steiler, verwinkelter Bach mit Stufen und steilen Katarakten in einer romantischen Waldschlucht
Schwierigkeiten: WW 4 bis 4+; 1 Stelle 5 (bei einem Pegel um 190)
Gefahren: Bäume, scharfkantige Granitfelsen; halb überspülte Steine im Unterwasser die einem schnell „verschlagen“
Einstieg: ist am Sportplatz nördlich von Grammastetten
Ausstieg: Nach einem kleinem Wehr in Rottenegg. (Achtung: das Wehr wird bei viel Wasser rückläufig)
Tipp: Ohne wintertaugliche Paddelkleidung findet der Spaß ein jähes Ende.

Zuallererst möchte ich erwähnen dass, Paddler die die große Rodl nicht kennen vor jeder Stelle anlanden sollten um diese zu besichtigen damit man keine bösen Überraschungen erlebt.
Vom Einstieg in Grammastetten geht es erst mal ruhig los und man kann sich auf ca. 1 km leichtem WW warmpaddeln, bevor man die erste 3 m Stufe (Waldbadeinfahrt) erreicht. Diese Stufe mit anschließendem Katarakt zeigt gleich zu Beginn der schweren Strecke was die Rodl zu bieten hat. Der Pool nach dem Katarakt verschafft eine kurze Verschnaufpause. Es folgt eine weitere wuchtige Stufe (Waldbadausfahrt) mit starkem Rücklauf. Am besten booft man diese Mitte-links hinaus.
In einem Affentempo geht es weiter über verblockte Katarakte, Stufen und Rutschen. Leicht überspülte, kaum sichtbare Steine verschlagen einem schnell dorthin, wo man eigentlich nicht hin will.


Der Flusscharakter Paddler: Gerhard Stockinger

Vorsicht, bei der zweiten Insel rechts bleiben, da sich im linken Ufer eine sehr steckgefährliche Stufe verbirgt! Auch wenn man diese auf den ersten Blick als Genussstufe einordnet, sollte man sich nicht täuschen lassen. Rechts befindet sich ein kleiner verzwickter Abfall mit schwieriger Anfahrt. Der sollte am besten ganz rechts oder von der Mitte aus nach rechts gefahren werden.
Nach drei Viertel der Fahrt erreicht man die wohl gemeinste Stelle der Rodl, den „Zuckerhut“ ein auffallend spitzer Felsen in Flussmitte (WW 5).
Die Einfahrt zu diesem 2 m Abfall bildet eine kleine Stufe die in eine Schrägwalze übergeht. Die Walze ist eigentlich der Prallpolster des Zuckerhuts. Der Zuckerhut befindet sich direkt bei der Straße zum Einstieg und sollte schon vor der Fahrt besichtigt werden.


Robert beweist sein Können am Zuckerhut

Befahrung aus Paddlerperspektive: Bei der ersten kleinen Stufe booft man nach rechts in ein Minikehrwasser. Von dort holt man Schwung und paddelt eher mittig, über eine kleine Zunge direkt Richtung Spitze des Felsens (also Bootsspitze leicht nach links). Hat man es durch den Prallpolster geschafft, setzt man rechts noch einen starken Boofschlag und man landet links, im Kehrwasser hinter dem Zuckerhut ? Geschafft!. Wer das versemmelt, d.h. wegen dem Prallpolster (=Schrägwalze) nach rechts gedrückt wird, der fällt im Hauptwasser auf einen spitzen, scharfkantigen Granitfelsen der aus dem Unterwasser steht. Verletzungen sind hierbei nicht ausgeschlossen.
Weiter geht’s in einem kleinen Katarakt bis zur nächsten Kurve. Direkt bei der Kurve lauert ein verdrehter Abfall, das „Gewinde“, das mehr technisch schwierig, als gefährlich ist. Bei viel Wasser führt links am Ufer, über eine Stufe die „Chickenline“.


Meltdown im „Gewinde“. Paddler: Gerhard Stockinger

Hat man das Gewinde hinter sich, ist das Schwierigste geschafft. Die Strecke bis zum Ausstieg ist im Vergleich zu oben leicht. Dennoch fordern noch zwei Stellen erhöhte Konzentration.

Alternative: Bei zu viel Wasser oder aber auch für nicht so routinierte Paddler bietet sich der obere Teilabschnitt an. Diese Strecke bietet bis auf eine Stelle, das „Fuchsloch“ WW 4, 8 km WW 2-3. Der Einstieg befindet sich bei einem Gasthaus in der Ortschaft Untergeng, der Ausstieg ist beim Sportplatz in Grammastetten.


2001: Stocki in der Einfahrt des „Fuchslochs“

Nur wer Erfahrung auf steilen, technischen 4-5er Bächen hat, sollte sich auf die Rodl wagen, denn es müssen einige Rückläufe, steckgefährliche Stufen und verzwickte Katarakte gemeistert werden.

Stocki, Soulboater.com Salzburg
Bilder: Rolf Thausing, Ferdl Machachek

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Heimste-Lundadalssetra bis Skjak-Welle

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Canco - La Central

Facts

Land Österreich
Ort Einstieg Linz
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
IV|3|A - IV+|3|A