Romker Einstieg bis kurz vor das Kraftwerk

Autor: Sven Perschmann
0 / 0
Befahrungsbericht Große Romke 27.1.2001

Der Winter schwindet!!!
In der Hoffnung auf große Abenteuer macht sich ein kleines Team der WhiteWaterConnectionOstfriesland (WWCO) auf in den Harz, um mit ein wenig Glück die untere Oker zu befahren, die bei den herrschenden Wasserverhältnissen ja eventuell laufen könnte.
Schon bei der Anfahrt fährt man über überflutete Straßen, überall von den Hängen des Harzes rauscht Wasser, es sieht sehr vielversprechend aus.
Doch an der Einsatzstelle unterhalb des Kraftwerkes tritt die Ernüchterung ein:
Die Untere läuft nicht, ja sogar das Wasser für die Standardstrecke wird durch den Berg geleitet! Also sieht man sich nach Alternativplänen um. Von den Banditruns der Gegend hat man zwar gehört, aber keiner ist sie zuvor gefahren, geschweige denn, das man wüsste wo sie liegen. Doch dann stellt man erstaunt fest, dass ein sonst nahezu trockener Nebenbach der Oker, der beim Kraftwerk in diese mündet, anscheinend eine Befahrung zulässt.


Am Aufstieg...

Also Kamera heraus, den letzten Film eingelegt (s/w...) und ab dafür...
Es erscheint grotesk, diesen Bach, der zu Anfang gerade drei Meter breit ist und sich mit einem netten Gefälle dem Tal entgegenschlängelt, zu befahren, aber was man sich einmal in den Kopf setzt wird man auch so schnell nicht wieder los.
Die kleinsten Booten werden herausgesucht, moderne Spielboote würden wohl aufgrund der Kanten überall hängen bleiben...
Dann tragen wir den allzeit parallel laufenden Weg am Bach entlang hoch, um zum Ursprung zu gelangen, einem Zusammenfluss dreier kleiner Bäche.



Direkt nach dem Einsatz folgt eine etwa zwei Meter hohe Rutsche, und danach schießt man fast kehrwasserlos kleine Schwälle und einige Absätze herunter, die aber alle problemlos zu befahren sind. Lediglich eine Stelle kurz vor einer Brücke (siehe Foto) muss wegen eines Baums umhoben werden. Ansonsten jede Menge Fun auf diesem "Microcreek"...
Die Befahrung ist größtenteils recht simpel, einfach dem Hauptwasser folgen, dann kommt man nach etwa einem Kilometer auch ohne Probleme unten an.
Wichtig ist es jetzt, das letzte Kehrwasser nicht zu verpassen, danach geht es nämlich noch einen Schwall runter und dann ohne Kehrwasser in einem Schacht unter dem Gelände des Kraftwerkes durch in die Oker, was an sich nicht allzu schlimm wäre, wenn der Schacht nicht mit einer Steilrutsche mit bei unserem Wasserstand etwa drei Metern Rücklauf und keiner Möglichkeit zu boofen beginnen würde... (Foto)


Das Resümee der Befahrung ist folgendes: Der Bach macht auf jeden Fall eine Menge Spaß, auch wenn er den versierten Paddler nicht ernsthaft fordert, aber allein durch das recht hohe Gefälle und die vielen kleinen Stufen bei relativ hoher Geschwindigkeit ist es eine willkommene Abwechslung, wenn einem bei Hochwasser im Harz nichts sinnvolleres einfällt... * gggg *



Danach ging es dann noch nach Hildesheim, wo alles unter Wasser stand, aber dafür eine sehr trashige Stelle oberhalb des Kanals, wo auf einer etwa fünfzehn Meter langen Schräge ein Teil des Wassers so krass beschleunigt wurde, dass sich beim Aufprall auf das langsam fließende Wasser eine enorm große und heftigst schnelle Welle/Walze gebildet hat, die sich aufgrund der geringen Wassertiefe zwar keiner zu surfen traute, die einem unserer Mitstreiter aber unfreiwillig zu Aireal-Backloops verholf... (absolut filmreif Claas!!)
Aber selbstverständlich war der Film da schon verschossen, schade eigentlich.


Text: Sven Perschmann,
alle pics by Mathias Raabe
Paddler: Jan Jürjens (Topo) und Sven P. (Pinball)

Soulboater.com 2002

Vorige Beschreibung

Eckerschlucht

Nächste Beschreibung

Griesenschlucht, Gschwandsteg bis Bootshaus

Facts

Land Deutschland
Bundesland Niedersachsen
Ort Einstieg Romkerhall
Ort Ausstieg Romkerhall
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach Sturzbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II+|2|A - III+|3|A