oberhalb Kraftwerk Steinerne Renne bis Glaswerk Derenburg

Autor:
0 / 0

Der Harzbach mit zwei Namen

 - Der Regen ließ einiges erwarten und mein "Hausbach" füllte sich zusehends. Der Wasserstand war besser als bei allen vorherigen Befahrungen, so konnten wir recht weit oben einsetzen, wo der Bach den Namen Steinerne Renne trägt und auch verdient. Kurz vor dem Ortsausgang Richtung Schierke biegt man in die "Freiheit" ab und folgt der schmalen Strasse ins Tal hinauf. Dabei ist der Fluß links schon zu sehen. Kurz vor dem zweiten Bahnübergang der Harzquerbahn kann man links der Straße schon mal ein kleines fahrbares Wehr besichtigen. Unterhalb der folgenden Brücke ist ein Pegel. Der Wert von 50 zeigt, das sich die Fahrtstrecke nach oben verlängern läßt. Nach 300m direkt vor dem kleinen historischen Wasserkraftwerk kann man dann parken und sein Boot schultern. Der Weg führt meist direkt am Bach entlang und wo er sich zum zweiten mal in den Wald schlängelt lohnt es vom Weg ab zu weichen und sich ein altes Wehr an zu schauen. Auch kann nach Baumhindernissen gespäht werden.

steinernerenne1_500

Wir entfernten zwei dieser Spaßbremsen, bei der dritten kapitulierten wir und setzten ein. Gut ist, dass der Bach nach unten immer leichter wird, allerdings geht´s dafür auch gleich heftig los. Oberhalb unseres Starts sah es so aus:

steinernerenne2_500

Stark verblockt geht´s meist recht sanft die Treppenstufen herab, bei dem Wasserstand hat man durchaus gleichbleibende Schwierigkeiten und selten zu starken Wasserdruck, also gut für´s Antesten verblockter Stellen. Kurz nach dem man eine Insel umfährt lauert schon das steile Wehr auf Mutige. Auf alle Fälle rechts fahren, sonst landet man hart. Trotz allem versanken wir in der Gischt bis zum Hals, bis der Auftrieb einen wieder auf null drückt.

steinernerenne3_500

Dann passiert man das Kraftwerk und fährt hinter einem Werksgelände eine hübsche Gefällestrecke. Hier ist man auch eingemauert, also besser im Boot bleiben. Nach einer Brücke und dem Pegel kommt dann ein kleines Schrägwehr, was ihr beim Hochfahren ja schon besichtigt hattet und nun fahrt (oder nicht).

steinererenne4_500

Zügig geht´es dann mit angenehmem Gefälle weiter. Hinter einer schmalen Fußgängerbrücke zwangen uns leider mehrere Bäume zum Umtragen leider auch den hübschen kleinen Katarakt, aber direkt im Auslauf lag ein Baum der mehr Räumtechnik erforderte als wir zu bieten hatten.

Bald nach Einmündung des Braunen Wassers (der Bach heißt so aber er unterscheidet sich eigentlich farblich nicht von der Holtemme) kommt ein Steilwehr, was links umtragen werden muß. Der Fels am Grund ist bei niedrigem Wasser gut zu sehen ... . Nun kann man sich erst mal zurücklehnen und entspannen, das Wesentliche liegt hinter einem und man kann sich nun sein Adrenalin höchstens noch für Wehre aufheben. Das nächste kommt schon bald und hat leider unter der Schräge viele scharfkantige Steine. Die Fischtreppe bietet sich als alternative, wenn´s Wasser reicht und der Gegenverkehr nicht zu stark ist.

steinererenne6_500

Dann ist man schon mittendrin in Hasserode. Sofern eine recht niedrige Betonbrücke auftaucht, lieber kurz danach links ausbooten und 100m weiter die nächste Brücke anschauen, die ist noch niedriger. Unter der Bundesstraßenbrücke gibt es eine Rutsche und den Zufluß vom Zillierbach. Später folgt unmittelbar nach einer Fußgängerbrücke ein Steilwehr. Der Rücklauf hätte an unserem Paddeltag wohl auch die Queen Mary festgehalten. Also links raus und wieder rein. Das nächste dreistufige Wehr geht wieder (richtig ab!). Wer sich das nicht traut muß leider sehr schwierig von einer Mauer ins Boot klettern da ein Umtragen rechts nicht geht. Der Weg an den Kleingärten ist leider meist abgeschlossen. Dafür verbirgt sich jedoch dort eine kleine Spielstelle (je nach Wasserstand mit gutem Kehrwasser.

Unter der Bundesstrassenbrücke heißt es wieder raus. Auch das nächste kleine Steilwehr ist heute einfach nicht drin, nur Gebrodel und Rücklauf. Weiter folgt als nächstes eine flotte Rutsche, oder auch Schrägwehr, wie man will. Ein weiteres Dreistufenwehr sieht heute auch nicht so gastfreundlich aus. Und dort wo ich vom Radweg am Fluß letztens einen fiesen knapp überspülten Stamm im Unterwasser einer Stufe hinter einer Furt gesehen hatte - war ? Ja, da war die ganze Furt weg, nur noch die beiden Strassenenden ragten in den Fluß.

steinererenne7_500

Jetzt kommen noch Schwallstrecken, Kurven und eine Schrägwehrrutsche, dann ist schon bald das Glaswerk Derenburg links zu sehen, ein guter Parkplatz, Führungen, Kindespielplatz und ein Café machen hier es einem leicht auf zu hören. Bis in den Ort Derenburg kann man sich aber auch noch treiben lassen.

Trotz der Wehre findet man dazwischen immer noch genug leichtes Wildwasser. Jeder kann nach Können beginnen und die Länge der Fahrt ist sehr variabel. Und ganz oben wartet ein noch nicht gefahrener Wasserfall ... .

Ralf Gentsch

Vorige Beschreibung

Hundsbach bis Mündung in die mittlere Murg

Nächste Beschreibung

Randselva Playspot

Facts

Land Deutschland
Ort Einstieg Wernigerode
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II|2|B - III+|2|B