Imsa, Waldschlucht

Autor:
0 / 0
Die Imsa – ein Wildbach in der Hedmark Norwegens

Keine 300 Strassenkilometer von Hamburg entfernt (ok, natürlich nur, wenn man als wohlhabender Paddler mit der teuren aber dafür bequemen Kiel-Oslo Fähre ins gelobte Wildwasserland Norwegen anreist, für einen Wochenendtripp ist das jedoch ziemlich aufwändig) fliesst die Imsa durch ein einsames Mittelgebirgstal der Glomma entgegen.

Der Einstieg wird auf einer Mautstrasse, dem Galavejen, vom Glommatal aus ungefähr 15 km südlich des kleinen Städtchens Koppang auf der Strasse E3 von Rena kommend erreicht, wenn nach 25 km staubiger Naturpiste auf der linken Seite ein See mit einigen Wochenendhäusern auftaucht.

Hier geht ein Holzsteg über den aus dem Imsjöen fliessenden Schwall mit kleiner Stufe und hier beginnt der erste 5 km lange Abschnitt der Imsa.

Verblockt mit kleinen Grundgesteinsrippen geht es zu Tal, das meiste ist gut auf Sicht zu paddeln, auch wenn es sich ab und zu empfiehlt, kurz aus dem Boot im Kehrwasser aufzustehen, um einen Überblick über die weitere Fahrtroute zu bekommen.


Jan-Peter

Nach dieser kurzweiligen Wildwasserstrecke im III. Schwierigkeitsgrad liegt auf der linken Seite an der Strasse eine Art Kiesabbaugelände. Hier sollte besser ausgestiegen werden, weil es jetzt schlagartig steil und gefällstark wird.

Die Wasserfälle des Kvitkallen sind erreicht. Auf einer Strecke von ca 500 Metern reihen sich Rutschen und Steilabbrüche aneinander, alles ist gut von der direkt daneben verlaufenden Strasse zu erkunden und bei wenig Wasser von einem gut eingespielten Team mit entsprechender Sicherung auch durchaus kontrolliert zu befahren.

Nach diesem Steilstück folgt noch eine rückläufige Stufe und es beginnt der zweite 9 km lange Abschnitt der Imsa bei Nybru, der durchaus auch für talentierte Anfänger machbar ist.

Leichte Verblockung und Kiesbankschwälle in einem weiten Tal lösen sich ab, alles ist gut auf Sicht fahrbar und es lauern keine tückischen Stellen auf den Newcomer.

Der dritte Abschnitt beginnt an der nächsten Brücke: Die Waldschlucht der Imsa. Das Gefälle nimmt zu, das Geröll wird grober und auch die Wassermenge ist durch Nebenbäche wie den Eldaa gestiegen.

Vom Flusscharakter vergleichbar mit der Gail im Lesachtal geht es im mittleren Schwierigkeitsgrad talwärts, erst am Ende der Strecke kurz vor der Glommatalstrasse gibt es eine gefährliche Stelle in Form eines aus großen Steinquadern errichteten Schrägwehres, in dem Eisenträger stecken sollen.

Wir haben dieses Wehr problemlos an der Seite befahren, generell sollte derartigen künstlichen Bauwerken aber mit Respekt begegnet werden. Kurz nach dem Wehr befindet sich auch schon der Ausstieg vor der Brücke der Strasse E3 etwas südlich des kleinen Weilers Imsroa.


Befahrbar ist die Imsa als Mittelgebirgsfluss abhängig von Regenfällen im Frühsommer bis in den Juli hinein. Ein schöner, bei unserer Gruppe tolerierter Übernachtungsparkplatz findet sich direkt am Einstieg mit praktischer Badestelle im Ausfluss des Imsjöen. Auf keinen Fall sollte „vergessen“ werden, ein Mautticket am Anfang der Strasse in Imsroa für den Galavejen zu kaufen, wer ohne erwischt wird, hat danach mit Sicherheit ein empfindliches Loch im Urlaubsbudget.


Badewanne mit Whirlpool am Einstieg

 

Jan-Peter
Bilder: © Jan-Peter & Uwe Skambraks

Vorige Beschreibung

Standardstrecke (Kaskaden)

Nächste Beschreibung

Entenlocklamm

Facts

Land Norwegen
Ort Einstieg Elverum/Røros
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II|2|B - V+|5|B