Tösener Schlucht

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Die Tösener Strecke des Inn

Herbstpaddeln in Tirol. Kajakfahrerer müssen sich bei der Wahl ihres Betätigungsfeldes einschränken, denn die kleinen Bäche scheiden in der Regel wegen Wassermangel für eine Befahrung aus und auch die im Sommer von Gletschern gespeisten Wuchtwasserbäche haben neben der graubraunen Farbe des Wassers die Bedrohlichkeit verloren. Jetzt ist die Zeit für die schweren Abschnitte der Ötztaler Ache und des Inns im Engadin gekommen. Was aber tun, wenn auch hier zuwenig Wasser fließt, weil es ganz einfach zu kalt oben auf dem Berg ist.


Sommerlicher Wasserstand

Eine Alternative kann dann die kraftwerksgespeiste Tösener Schlucht des Inn oberhalb Landecks sein. Pünktlich vormittags steigt hier auch im Herbst meistens der Pegelstand für ein paar Stunden um ca einen halben Meter, um pünktlich nachmittags wieder auf Restwassermenge zu sinken.


Hermann im Prallwandskatarakt auf der Tösener Strecke

Als Kajakfahrer kann man sich auf diese Spitzenstromproduktion einstellen und die fließende Welle zu einer spielerischen Befahrung nutzen. Spielerisch deshalb, weil auch bei Wasserablass des Kraftwerks die Schwierigkeiten selten über den dritten Schwierigkeitsgrad hinausgehen und sich viele Surfwellen auf der Strecke befinden.


Sven Schmidt vom HKN auf einer Surfwelle bei Ried

Die für den Spielbootfahrer interessante Strecke ist nur ca acht Kilometer lang, aufgrund der schönen Surfwellen kann man aber schon einige Stunden darauf verbringen. Wenn es aber zu plötzlichem Nachlassen des Wasserdrucks kommt, sollte man besser zusehen, auf dem verbliebenen Schwallwasser talwärts zu kommen, um nicht wortwörtlich eine unfreiwillige Wasserwandertour einlegen zu müssen.


Britta im Newschool-Playboat kurz vor Prutz

Der Einstieg ist an der Schnellstraße von Landeck innaufwärts Richtung Schweizer Grenze ca zwei Kilometer oberhalb von Tösens, wo ein kurzer Feldweg runter zu einer Kiesbank am Inn führt.

Aus einem großen Kehrwasser kann es gleich mit Eddylinecartwheels losgehen. Die schwierigen Stellen der Strecke liegen zunächst jeweils vor hohen Straßenbrücken, unter denen der Inn mit stark angeströmten und entsprechenden Schrägwalzen versehenen Prallwänden hindurchfließt.


Soulboy Jan-Peter mit neuartigem Heck-Jetantrieb im Rage :)

Nach der zweiten Brücke öffnet sich das Tal wieder, aber das Gefälle nimmt zu und hinter einigen Blöcken bilden sich recht große Löcher, in die man unvorbereitet besser nicht hineinfährt, die aber mit langem Hals und kurzzeitigen Kehrwasserstopps gut umfahren werden können. In diesem Bereich befinden sich auch einige schöne Surfwellen, die zu Meilensurfen oder Spins einladen.


Thomas Reiser auf der Actionline

Am Ende der Strecke folgen noch zwei "Wehre", Schrägstufen über die ganze Flußbreite, nicht sehr hoch, aber an einigen Stellen mit Eisenträgern versehen. Anschauen schadet nicht! Aus dem Kaunertal kommt dann noch von rechts in Form eines ziemlich wasserreichen Schwalles über eine rückläufige Stufe das schon in der Schweiz abgeleitete Wasser zurück, bis nach kurzer Zeit der Ausstieg linksufrig vor der Straßenbrücke in Prutz erreicht ist.


Sven Schmidt

Kurzbeschreibung Tösener Schlucht
Einstieg: Straßenbrücke oberhalb von Tösens
Ausstieg: Prutz
Streckenlänge: 8km
Schwierigkeiten: II-III (III+)
Gefahren: Viele Rafts, Prallwand-Katarakt, mehrere Eisenstangen an den Sohlschwellen
Pegel: Je mehr desto besser. Ideal: >300cm Kajetansbrücke
Vergleichbar mit: Imster Schlucht, nur mehr verwalzt und etwas schwerer

Jan-Peter

Photos: Hermann Grube, Jan-Peter. Photos bei niedrigem Herbstwasserstand

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Facts

Land Österreich
Ort Einstieg Imst
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Klamm
Niederwasser 190
Mittelwasser 250
Hochwasser 290
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II-|2|A - III+|3|A