Härjedalen Runs

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Härjedalen, Wildwasser im nördlichen Mittelschweden

 - Das Härjedalen ist halb so groß wie Belgien und mit lediglich 12000 Einwohnern sehr dünn besiedelt.

Es hat eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit Wäldern, Seen, Hochebenen, Mooren und Bergen bis zu 1700 Meter Höhe. Die Tierwelt ist vielfältig mit Wolf, Luchs Vielfraß und Bären.

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Den heimischen „Brunos“ geht es dort aber deutlich besser als unserem ehemaligen bayrischen„Problembären“, der nach dem Besuch der Kaiserklamm von einheimischen Jägern ermordet wurde.

Deutlich zahlreicher als die menschlichen Bewohner sind in Härjedalen die heimlichen Herrscher Mücken und Knots (Gewitterfliegen), wobei die Knots eine noch härtere Herausforderung als die Mücken bedeuten. Ein alter Trappertrick gegen Knots ist bezeichnend für die Locals: Sich einfach in den Rauch eines stark qualmenden Feuers stellen und ohne Ende betrinken ;-).

In Paddlerkreisen ist Härjedalen wenig bekannt. Gute Infos gibt es bei "forsguiden" einer schwedischen Sammlung von Flussbeschreibungen, weniger brauchbar ist hier der DKV Führer.

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Im Juli 2006 erschwerte die Trockenheit die Befahrungen so dass häufig „skrapar sten“ also sehr geringe Wasserstände die Befahrungsversuche kennzeichneten.

Ljusnan

Befahren wurde der obere Ljusnan bei Bruksvallarna zehn Kilometer nördlich von Funäsdalen (das liegt ca. 700 Kilometer nördlich von Göteborg) und der Ljungan oberhalb Ljungdalen.

Für den Ljusnan ist der Einstieg ca. fünf Kilometer oberhalb Bruksvallarna an einer Flussbiegung direkt neben der Straße.

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Der Ausstieg befindet sich 200 Meter unterhalb der Brücke im Ort.

Flusscharakter. Leichter Beginn, Kiesbettschwälle, nach ungefähr drei Kilometern leitet der erste Katarakt (WW IV) eine interessante Folge von Grundgesteinrutschen und kleineren Stufen ein (WW III)

Bei Hochwasser ist der dann wuchtige Fluss laut forsguiden eine „kanonkule (kanonencoole) bergochdalbana“, mir blieb bei meiner Alleinbefahrung aufgrund der allgemeinen Trockenheit in diesem Sommer leider nur „skrapar sten“.

Ljungnan

Der DKV Führer empfiehlt für eine Befahrung „Poly-Einer“. Die Angaben beruhen in der dortigen Beschreibung auf einer Besichtigung von der Straße, von der nebenbei bemerkt der Fluss nur selten zu sehen ist.

Wegen Niedrigwasser bin ich nur drei Kilometer oberhalb Ljungdalen gefahren.

Der reguläre Einstieg für diesen Abschnitt liegt bei Nyvallen nach sieben Kilometern mühsam zu befahrener Schotterpiste oberhalb Ljungdalen.

Der Ausstieg ist direkt an der Brücke in Ljungdalen.

Zuerst geht es nach forsguiden bewertet einen Kilometer WW IV - V mit einer sehr unsauberen Stufe hinab.

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Danach ist es erstmal ruhiger mit Kiesbankschwällen bis der interessanteste Teil beginnt.

Mit vielen Grundgesteinsrutschen und einigen Stufen ist er landschaftlich ein absolutes Highlight.

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200 Meter nach Beginn der Durchbruchstrecke kommt ziemlich unvermittelt ein Fünfmeter-Fall (WW V), der rechts in eine Wand fällt und teilweise unsauberes Unterwasser hat. Diese Stufe sollte eingehend besichtigt werden. Auf eine Befahrung verzichtete ich wegen der genannten Widrigkeiten und als Alleinpaddler ohne am Ufer stehende Sicherung gerne.

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Spätestens hier sollte ein Poly-Einer restlos geschreddert sein:-).

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Es folgen mehrere Katarakte mit teilweise scharfkantigem Gestein (WW III und IV bezogen auf einen niedrigen Wasserstand), ein kurzes Ausruhen, bevor der Ljungnan in Ljungdalen noch einmal zulegt.

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Die Anfahrt vom Süden (35 Kilometer Schotterpiste) erfolgt über das Flatruet, eine Hochebene mit grandioser Landschaft. Zur Verringerung der Reifenschäden sollte man mit sehr wenig Reifendruck fahren. Nach Aussage von Einheimischen soll ein Reifenschaden alle zwei Monate die Regel sein. Mein Auto konnte zur Bestätigung dieser Statistik dann auch gut beitragen.

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Infos über die oben erwähnten Wildbäche bekommt man in Funäsdalen im Sportgeschäft Topsport von Kalle, der über einen Austausch mit Paddlern immer hocherfreut ist. Wann verirrt sich schon mal ein Gleichgesinnter in diese einsame Gegend.

Ein Tipp von Kalle: Auf dem Weg von Süden über das Flatruet kommt man über den Skärdan. Nach der Flussbrücke rechts und dann nach 100 Metern kommt eine saubere und fotogene Viereinhalb-Meter Stufe...

Potenzielle Entdecker können in dieser Region im Mai und Anfang Juni zur Schneeschmelze auf ihre Kosten kommen und nicht beschriebenes paddlerisches Neuland betreten. Es gibt noch einiges zu entdecken im nördlichen Mittelschweden....

Befahrungen durch Uwe Skambraks im Juli 2006

Jan-Peter

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Facts

Land Schweden
Ort Einstieg Funäsdalen
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach Klamm
Schwierigkeiten
(nach Addison)
III|2|B - V|3|C