Semska bis grosse Strassenbrücke E6

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Paddeln am Polarkreis – die Lønselva in Norwegen


 - Die Lønselva fließt etwa 40 km nördlich des Polarkreises durch das schöne Lønsdalen.

Sie entspringt in dem bis zu 1754m hoch gelegenem Saltfjellet Nasjonalpark. Die Lønselva fließt die meiste Zeit in unmittelbarer Nähe der E6.


In ihrem Oberlauf fließt sie meist über offene Geröllbänke.


Theoretisch kann die Fahrt der oberen Lønselva schon auf der Hochebene des Saltfjellets begonnen werden. Dieses setzt jedoch einen ausreichenden Wasserstand während der Hochschmelze voraus.

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Die obere Lønselva in wunderschöner Landschaft.


Wir haben einen Einstieg oberhalb der Gefällstrecke gewählt. Die Einstiegsstelle ist von der Straße aus gut zu erkennen. Kurz nach dem kleinen Ort Semska, nachdem die Fjellstraße E6  in nördlicher Richtung steiler wird und in das Tal hinab führt. Hier befindet sich auf der rechten Straßenseite eine kleine Haltebucht.

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Einstieg an der ersten großen Rutsche.

Ab hier, verändert sich der Charakter  der Lønselva. Bestehen im Oberlauf die Schwierigkeiten noch überwiegend aus Kiesbankschwällen und leichter Verblockung (WW2), so präsentiert sich die Lønselva in ihrem Mittellauf wesentlich steiler und in traumhafter Kulisse.

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Typischer Charakter der mittleren Lønselva.


Hier folgen viele Rutschen und Abfälle von bis zu 20 Metern Höhe aufeinander, meist über Grundgestein. Zwischen den Abfällen, gibt es immer wieder Pools oder kurze Flachstücke zum Erholen.

Direkt am Einstieg, befindet sich eine flußbreite, 5 Meter hohe Rutsche (WW5), die am besten ganz links oder im rechten Drittel befahren wird.  In der Mitte kann es sehr rückläufig werden.

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Tobi auf der ersten großen Rutsche.


Danach folgen einige kleine Abfälle, bevor 1km weiter eine etwa 10 Meter lange wuchtige Rutsche (WW6) die volle Aufmerksamkeit fordert. Die Rutsche sollte gegebenenfalls umtragen werden, da die linke Wand am Eingang unterspült ist und die Strömung schnell in den nächsten Fall zieht.

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Wuchtige Rutsche vor dem 20 Meter Wasserfall.

Vorsicht an der letzten Stufe vor der Rutsche. Diese ist zwar nur  1 Meter hoch, kann aber bei bestimmten Wasserständen einen starken Rücklauf entwickeln.
Nach der großen Rutsche, folgt ein unfahrbarer etwa 20 Meter hoher Wasserfall, der auf der rechten Seite unterspült ist. Links umtragen!

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Hier besser nicht! Nach der Unterspülung sind’s noch 20 Höhenmeter.

Anschließend folgen noch auf einer Länge von etwa 3km viele Stufen und Rutschen, die durch die Verzweigung des Flusslaufes  auf mehreren Routen mit dem Kajak befahren werden können. Hier liegen die Schwierigkeiten meist bei WW4-5.

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Tolles Wildwasser. Tobi auf der mittleren Lønselva.


Eine Erkundung und Besichtigung ist einfach vom linken Ufer aus möglich. Diese ist auch unerlässlich, da manche  Abfälle bei bestimmten Wasserständen steckgefährlich werden, oder starke Rückläufe entwickeln können. Allerdings können alle Stellen problemlos umtragen werden.  Es bleiben aber immer noch Alternativrouten für eine Befahrung  bestehen.

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Einer der zahlreichen Abfälle.

Spätestens an der großen Straßenbrücke der E6, kurz nachdem von rechts ein Seitenbach in die Lønselva mündet, sollte die Fahrt beendet werden, hier kann Flussrechts oder Flusslinks ausgebootet werden. Die Boote müssen zur  Straße hochgetragen werden.
Ab der Straßenbrücke gräbt sich die Lønselva tief in eine schwer zugängliche und vom Ufer aus schwer einsehbare Schlucht. Hier liegen die Schwierigkeiten vermutlich durchgehend bei WW6.

 

Schwierigkeiten:
Oberlauf: Länge 12km, WW2-3
Mittellauf: Länge 5km, WW 4-6  (X)
Unterlauf (Schlucht): nach Erkundung von der Straße, meist WW6-X

Der Wasserstand kann gut an der ersten Rutsche der mittleren Lønselva eingeschätzt werden. Diese sollte gut fahrbar sein, ohne dass Felsen heraus schauen. Günstig  sind  8-10 Kubikmeter für den Mittellauf.

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Die erste Rutsche bei optimalem Wasserstand.


Wir hatten das Glück, die Lønselva bei traumhaftem Wetter und 26°C Lufttemperatur zu paddeln.  Uns haben die Kurzarmjacken gereicht  und das nördlich des  Polarkreises. Das war ein Erlebnis, dass uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Ein erfrischendes Bad in der Lønselva nach dem Paddeln.

Ein Besuch des Polarkreiszentrums direkt an der E6 ist ebenfalls zu empfehlen. Hier kann man sich in einem gemütlichen Cafe stärken.

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Das Polarkreiszentrum im Saltfjellet Nasjonalpark.

Zur Übernachtung bieten sich einige Ferienhütten in der Umgebung an. Wer einen warmen Schlafsack hat, kann auch auf einem der zahlreichen Rastplätze an der E6 übernachten oder sein Zelt im Saltfjellet Nasjonalpark aufschlagen.

Text und Fotos:  Jenny und Tobi
Weitere Fotos auf: www.tog-media.de

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Facts

Land Norwegen
Ort Einstieg Mo i Rana
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Sturzbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
IV|2|A - VI-|5|B