Möll komplett

Autor:
0 / 0
MÖLL

Die Möll ist ein klassischer Gletscherfluss. Sie entwässert die vom Großglockner kommende Pasterze. Leider merkt man davon jedoch nicht all zu viel, da der Großteil des Wassers abgeleitet wird. Die Möll zählt zu den Standardbächen eines österreichischen Paddlers und es gibt kaum wen, der sie nicht kennt.

Die Möll bietet schönes, aber nicht all zu schweres Wildwasser, meist zwischen WW I und III. Sollte man das Glück haben sehr viel Wasser anzutreffen, so kann man das Abenteuer Möll am Gößnitzbach, unterhalb des sehenswerten Gößnitzfalls beginnen. Danach geht es theoretisch auf WW III+ in Richtung Möll und auf dieser bis vor den unfahrbaren Möllfall. Theoretisch deshalb, weil ich es in zehn Jahren nicht geschafft habe hier genug Wasser anzutreffen. Zwischen dem Möllfall und der Ortschaft Putschall lauern noch einige fiese Geschiebebremsen, keep care!

Für die oberste Möll liegt eine mögliche Einsetzstelle an der Strasse knapp unterhalb Putschall. Hier setzt man nach einer Geschiebebremse ein. Am Beginn hat die Möll hier etwas mehr Gefälle und ist etwas schwieriger, WW III. Nach der Ortschaft Döllach geht es über unzählige Kiesbankschwälle entlang meist regulierter Ufer bis Winklern. An der Straßenbrücke knapp oberhalb Winklern bietet sich eine passable Ausstiegstelle an. Zahlreiche Brücken ermöglichen auf diesem Teilstück jedoch auch andere Ausstiege.

Der Einstieg für die obere Möll befindet sich beim Parkplatz an der oben angeführten Brücke. Ab hier fließt sie durch eine landschaftlich schöne, aber nicht all zu schwere Schlucht. Die Schwierigkeiten übersteigen kaum WW II. Nach Erreichen des Weilers Namlach folgen 8 Kilometer ruhiges, flottes WW I-II bis zur Ortschaft Lamnitz. Hier steigen die Anforderungen wieder ein wenig. Zirka 2 Kilometer später, nach einem ruhigen Zwischenstück, beginnt der erste längere Kiesbankschwall. Am rechten Ufer verläuft hier ein Wanderweg, den vorsichtige oder unsichere Paddler zum Besichtigen oder eventuell auch zum Umtragen nutzen können. Es folgen einige relativ lange Schwälle mit leichter Verblockung. Ab der zweiten Straßenbrücke verläuft die Möll nun wieder deutlich leichter bis Rakowitzen. Hier befindet sich eine Ausstiegstelle. Nutzt man diese nicht, so erreicht man kurz danach den Stausee von Ausserfragant.

Eine gute Einsetzstelle für die mittlere Möll liegt unmittelbar nach dem Kraftwerk Ausserfragant. Nach dem Einsetzen geht es noch auf munterem WW III dahin. Nach einigen hundert Metern nehmen die Schwierigkeiten auf WW II ab. Anschließend folgt eine ruhige Fahrt, unterbrochen von kleineren Kiesbankschwällen, bis Obervellach, wo auch ein Campingplatz mit Kajakschule direkt an der Möll liegt.

Die Folgestrecke der unteren Möll vom Campingplatz bis in den Stausee von Kolbnitz ist der ideale Abschnitt für Kajakgrundkurse oder Einsteiger. Vom Beginn am Campingplatz bis hin zur ersten Bundesstraßenbrücke wartet sehr leichtes und angenehmerweise auch relativ warmes Wasser auf den „Bezwinger“. Einige leichte Schwälle und schöne Kehrwässer lockern die Fahrt auf. Der zweite Abschnitt ist etwas anspruchsvoller, WW II(+). Kleine Walzen, die eine oder andere Prallwand, mehr Wasserdruck und bei Niederwasser auch größere Steine würzen hier die Möll. Dennoch bleibt der Bach stets übersichtlich und fair. Meist viel zu schnell ist dann der Stausee erreicht, an dessen Beginn sich die Aussetzstelle befindet.


Kurzbeschreibung

Alleroberste Möll

Einsetzstelle: bei viel Wasser unterhalb des Gößnitzfalls, sonst nach dem Möllfall
Aussetzstelle: vor dem Möllfall oder in Putschall
Fahrtstrecke: 4 km bzw. 11 km
Charakter: an der Einsetzstelle sehr schwerer Katarakt, bis zur Mündung in die Möll schnelles, verblocktes Wildwasser, danach allmähliche Abnahme des Gefälles.
Schwierigkeiten: Gößnitzbach und Folgestrecke WW III+, Möllfall unfahrbar! Unterhalb Möllfall WW II mit fiesen Geschiebebremsen

Oberste Möll

Einsetzstelle: unterhalb Putschall, nach einer Geschiebebremse
Aussetzstelle: Straßenbrücke oberhalb von Winklern
Fahrtstrecke: 13 km
Charakter: Zu Beginn mittelschweres Wildwasser mit gutem Gefälle, danach zahlreiche Kiesbankschwälle zwischen regulierten Ufern.
Schwierigkeiten: WW III, später abnehmend auf WW II

Obere Möll

Einsetzstelle: Parkplatz oberhalb Brücke Winklern.
Aussetzstelle: Rakowitzen oder Stausee Ausserfragant
Fahrtstrecke: 19 km bzw. 20 km
Charakter: Zunächst landschaftlich schöne, aber nicht all zu schwere Schlucht, danach 8 Kilometer ruhiges, flottes Wildwasser, ab Lamnitz längere Kiesbankschwälle, z.T. mit leichter Verblockung.
Schwierigkeiten: in der Schlucht WW II, danach WW I-II

Mittlere Möll

Einsetzstelle: nach dem Kraftwerk Ausserfragant
Aussetzstelle: Campingplatz Obervellach
Fahrtstrecke: 9 km
Charakter: am Anfang muntere Schwälle, später ruhige Abschnitte, unterbrochen von kleineren Kiesbankschwällen.
Schwierigkeiten: WW III, abnehmend WW II.

Untere Möll

Einsetzstelle: Campingplatz
Aussetzstelle: Stausee von Kolbnitz
Fahrtstrecke: 11 km
Charakter: bis zur ersten Bundesstraßenbrücke sehr leichtes, relativ warmes Wildwasser, leichte Schwälle, schöne Kehrwässer. Zweiter Abschnitt etwas anspruchsvoller, kleine Walzen, Prallwände, mehr Wasserdruck, bei Niederwasser größere Steine, dennoch übersichtlich und fair.
Schwierigkeiten: WW I – II+

 

Toni

Bilder: Mathias, www.kajaktour.de

Vorige Beschreibung

Obere Breitach

Nächste Beschreibung

Oberhalb Stausee - Rottenegg

Facts

Land Österreich
Ort Einstieg Obervelach
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Mittelwasser 120
Schwierigkeiten
(nach Addison)
I+|1|A - IV+|3|C