Mittlere Murg

Autor: Darko Pelikan
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Mittlere Murg
Wie bereits erwähnt, läuft dieser Abschnitt sehr selten. Wenn die Mittlere aber läuft, bietet sie Wildwasser der Extraklasse. Der Einstieg befindet sich direkt unterhalb der Staumauer von Kirschbaumwasen.

Yeah, Kirschbaumwasen lässt Wasser ab.... Ein Anblick für die Götter!
Fließt gut Wasser über die Staumauer kann man fahren. Am Ortsausgang befindet sich auf der rechten Seite ein großer Parkplatz. Von dort aus trägt man die Böschung runter und rutscht über das befestigte Ufer in den Bach. Die ersten 500m sind noch relativ einfaches Wildwasser, es geht über kleine Felsriegel bis zur ersten markanten Stelle, wo das Gefälle zunimmt und das Kernstück beginnt.
Zu Beginn der Kernstellen. Paddler: Andreas "AJ" Pfeiffer bei sehr wenig Wasser
Bis zur ersten Steinbrücke halten sich die Schwierigkeiten weiterhin in Grenzen, danach wird es steiler und schwerer und auf den nächsten 5-6 Kilometern auch nicht mehr leichter. Stark verblocktes Wildwasser über lange, und je nach Wasserstand mehr oder weniger stark verwalzte, Katarakte geben von nun an den Ton an. Zeit zum Verschnaufen findet man kaum.

AJ in Action auf der Mittleren
Bei wenig Wasser fordern die verblockten Katarakte eine präzise Fahrweise durch diesen herrlichen Naturslalom, bei mittleren bis hohen Wasserständen sollte man den großen Löchern besser ausweichen. Das Problem stellen oft nicht die großen Walzen da, sondern die Häufigkeit, mit der sie nacheinander auftreten. Die letzte frisst einen immer wenn man nicht aufpasst... ;-)

Tobi Heims in der Raumünzachstufe bei MW.

AJ und Tobi Raumünzachstufe
Kurz bevor die Raumünzach von links in die Murg mündet und oft ordentlich Zuschußwasser bringt, nimmt das Gefälle in der Raumünzachstufe noch einmal zu, im Bereich der Mündung wartet bei gewissen Wasserständen schon die ein oder andere Überraschung in Form von rückläufigen, dicken Walzen.

Darko und Holger "MrTyWarp" Schröder auf der Mittleren. (MW)

In der Einfahrt zum Labyrinth, welches weit bis hinter die Kurve geht. Mittelwasser.
Direkt danach folgt ein recht langer Katarakt, das Labyrinth. Der Name sagt alles. Kurz darauf bei wenig Wasser eine kleine Spielwalze, die auch noch bei viel Wasser gutmütig ist.

Kleine Spielwalze bei wenig Wasser
Im letzten Teil der darauf folgenden Gerade befindet sich die Aralstufe, benannt durch eine Tankstelle die es allerdings seit etlichen Jahren nicht mehr gibt. Diesen Katarakt sollten sich Murgneulinge vorher anschauen, da er bei wenig Wasser ziemlich steckgefährlich ist. Bei Niederwasser fährt man rechts an, zieht nach links rüber und fährt mittig wieder raus. In der rechten Route haben wir schon mal nen Stecker erlebt. Danach folgt in der Rechtskurve vor der Prallwand noch eine nette Stufe mit dickem Loch im Unterwasser.

Holger Schröder in der Aralstufe bei MW.

AJ im oberen Teil der Aralstufe bei MW.
Ungefähr 100m danach folgt das so genannte Hackmesser, eine nette Stelle die es besonders bei viel Wasser in sich hat. Ab 60-70 Kubik sollte man besser umtragen da die Walze über die gesamte Flussbreite geht und man das Gefühl hat gegen eine Wand zu fahren. Ganz rechts befindet sich ein kleiner Schlitz zwischen Ufer und einem Felsen über den man drüberboofen kann, eine Garantie, dass man in der rückläufigen Stufe nicht hängen bleibt, gibt es nicht. ;-)
Nun geht es etwas entspannter bis zur eigentlichen Schlüsselstelle, dem Karussell weiter. Das Karussell kündigt sich nach einer etwas längeren Gerade in Form von schrägen Steinplatten auf der rechten Flussseite an. Direkt davor zieht die Murg noch mal mit gutem Gefälle und dicken Walzen an, bevor es über eine ca. 1m hohe Stufe in ein durch die auf der rechten Seite zerfallene Steinplatte, ins rotierende, rückläufige Unterwasser geht. Das Karussell fährt man in der Regel über das rechte Kehrwasser und rutscht dann über eine Steinplatte ins ablaufende Unterwasser hinein. Mittig durch ist, wenn man einigermaßen gut Boofen kann, auch kein Problem und macht zudem Spaß. Nach dem Karussell folgt noch mal eine kleine Stufe mit dicker Walze im Unterwasser, danach lassen die Schwierigkeiten um einen Grad nach und man hat das Kernstück geschafft.

Tobi im Kehrwasser oberhalb des Karussels bei wenig Wasser.

Chickenline des Karussels bei wenig Wasser
Weiter geht es über längere flache Stücke, die von kleinen 3er Katarakten unterbrochen werden. Ganz in Sicherheit sollte man sich jedoch noch nicht fühlen, da immer noch etliche kleinere aber nette Stellen warten. Unter einer kleinen niedrigen Eisenbrücke an einem Forsthaus befindet sich eine kleine Spielwelle mit Kehrwasser auf der rechten Seite deren Spielpotential proportional zum Wasserstand steigt. Rechts mündet ein kleines Bächlein in die Murg, die Stelle soll auch noch mit dem PKW über einen kleinen Weg zu erreichen sein. Chrissi: "Ab 80m³/s kannst im Wellental nen VW-Bus abstellen und wirst von unten nur noch den Dachständer rauskucken sehen... Wenn man wegen zu viel Wasser von einer Befahrung absieht, kann man dort immernoch gut Park-n-Playboaten."
Nach ca. 2-3 weiteren Kilometern endet die Fahrt letztendlich im Stausee des Rudolf Fettweis Kraftwerks in Forbach. Leuchtet hier die gelbe Warnleuchte am Kraftwerk, rechts ausbooten da dann Wasser über die 20m hohe Staumauer läuft und ein Ausstieg an der Treppe kurz vor der Staumauer zu gefährlich wird. Murgneulinge aufgepasst, der Bach ist wuchtiger als er von der Straße aus wirkt....

Nochmal da AJ
10km Wildwasser IV vom Feinsten und ohne Wehre wären somit geschafft.
Kompaktinfo Mittlere Murg:
Einstieg: Unterhalb der Staumauer in Kirschbaumwasen
Ausstieg: Stausee am Rudolf Fettweis Kraftwerk in Forbach
Länge: 10km
Schwierigkeiten: 4,2,A, bei Hochwasser 5,3,A
Besondere Gefahren: zu viel Wasser, Bäume, Stausee Forbach bei Wasserablass und blinkender Lampe.
Pegel: NW 130cm MW 150cm, HW 170cm Kirschbaumwasen Pegel (15Kubik, 40 Kubik, 70 Kubik)
Beschreibung: Darko, Zusatzinfos von Chrissi Weber
Bilder: Darko & Tobi
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Facts

Land Deutschland
Bundesland Baden-Württemberg
Ort Einstieg Unterhalb der Staumauer in Kirschbaumwasen
Ort Ausstieg Stausee Forbach - Beschreibung beachten!
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Niederwasser 130 cm
Mittelwasser 140 cm
Hochwasser 170 cm
Schwierigkeiten
(nach Addison)
IV|1|A - IV+|2|A