Wolfsschlucht

Autor:
0 / 0

Die Wolfsschlucht der Rosanna, ein Banditrun!?!

Am letzten Wochenende der berühmt-berüchtigten Ötztal-WG 2002 füllte sich das Ötztal zusehends mit Paddlern. Trotz Regen und Kälte gegenüber den vorigen Tagen war der Parkplatz am Einstieg der unteren Ötz schon morgens voll mit Paddlerautos. Ein Grund für uns, dem Trubel auszuweichen und nach Landeck zu fahren. Die Sanna war bei einem Pegel von 150 cm schon recht verblockt und uns wohlbekannt, deshalb fuhren wir hoch Richtung Arlberg, um nach dem Wasserstand der Rosanna zu schauen. Wider Erwarten war dieser im Vergleich zu den feuchten Steinen im Ötztal und der Umgebung wirklich gut. Also hinein und hinab. Es wurde ein kurzes aber spritziges Vergnügen, von einigen sogar als der beste Bach der Ötztal-Woche bezeichnet. Andere Paddler trafen wir nicht, selbst auf dem Campingplatz Huber standen nur noch ganz vereinzelt Zelte mit Paddlerutensilien. Scheinbar waren alle ins Ötztal gereist, um dort an der Wellerbrücke zweifelhafte "Befahrungen" zu besichtigen oder auf der Mittleren bei Mindestwasserstand die Boote zu ramponieren.

Zur Wolfsschlucht:

Einstieg ist an einem Parkplatz an der Schnellstraße Richtung Arlberg ca. 4 Kilometer flussaufwärts von der Ortschaft Strengen. Dorthin kommt man, wenn man ganz normal wie zum Einstieg der Sanna von Landeck kommend durch Pians fährt, an der Jet-Tankstelle jedoch nicht nach links ins Paznaun-Tal abbiegt sondern geradeaus weiterfährt.



Oberhalb einzusteigen ist gefährlich, da sich in der Flussstrecke direkt davor noch viele senkrechte Eisenträger im Fluß befinden, die bei wenig Wasser sichtbar das Geschiebe aufhalten sollen, dies aber dann eher mit Paddlern tun.

Es geht gleich verblockt los, mit kleinen Walzen, aber mit noch relativ geringem Gefälle, eine Strecke gut geeignet zum Einpaddeln für die folgenden Schwierigkeiten. Nach 500 Metern folgt ein L-förmiges Wehr mit hölzerner Schrägrutsche und bei unserem Wasserstand zu vernachlässigender Walze. An der rechten Seite ist es ca 10 Meter vom Ufer gut "boof"-bar, links sind Teile der Tenne eingebrochen und das Wasser zieht in einen Mühlenkanal, rechts kurz aussteigen und anschauen schadet daher nicht.



Wer bis hierher schon Probleme hatte, sollte dann auch gleich draußen bleiben und links zur Straße hochtragen, denn jetzt beginnt das Hauptgefälle der Wolfsschlucht. Es geht durchgehend stark verblockt bergab, 3 Bäume lagen bei unserer Fahrt im Fluß, die bei dem eher niedrigen Wasserstand alle gut um- oder unterfahrbar waren, wie es auch sonst keine Umtragestelle gibt.

Wir sind alles mit "langem Hals" und Kehrwasserhopping gefahren, so dass wir nach einer Dreiviertelstunde im Vorstau einer Wasserableitung am Rosannakraftwerk bei Strengen ankamen.



Dort müssen die Boote einen steilen Weg bis zu einer Tischlerei hochgetragen werden, an deren Einfahrt Autos am Rand abgestellt werden können und deren Zufahrt von der Hauptstrasse in Strengen ausgeschildert ist.



Bis vor kurzem war die Befahrung der Wolfsschlucht bei Strafe verboten, ein Paddler wurde sogar kurzzeitig ins Gefängnis gesteckt. Zur Zeit soll das Paddeln auf der Rosanna geduldet sein, nichts genaues weiß man nicht, auch nicht vor Ort in Landeck. Es könnte sich bei der Befahrung der Wolfsschlucht also immer noch um einen Banditrun handeln, dessen Konsequenzen jedem Paddler bewusst sein sollten.

Jan-Peter, Team Soulboater
Bilder: Hermann Grube

Vorige Beschreibung

Untertalbachklamm

Nächste Beschreibung

Waldschlucht

Facts

Land Österreich
Ort Einstieg Landeck
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Sturzbach
Niederwasser 75
Mittelwasser 95
Hochwasser 105
Schwierigkeiten
(nach Addison)
III|3|B - IV+|4|C