Parkplatz Mündung Trisanna, Rosanna - Sportcamp Tirol

Autor:
0 / 0

Die Sanna dürfte wohl jedem hartgesottenen Playboater und Wuchtwasserliebhaber ein Begriff sein - denn wenn ab Mitte Mai das Gletscherwasser gen Tal schiesst, verwandelt sich der bis zur einsetzenden Hochschmelze gemächlich dahinplätschernde Bach in einen astreinen Fluss, der aber trotz Wasserwucht sehr fair bleibt. Die Sanna entsteht aus Rosanna und Trisanna, knapp 8km oberhalb des Tiroler Ortes Landeck im Inntal und mündet ebendort in den Inn.


Playboating until you get sick! - Paddler: Jan Torge

Veränderungen:
Gibt es auf diesem Fluss durch sein gleichmäßiges Bett eher wenige, allerdings wurden im Winter 2001/2002 leider zwei Schlüsselstellen Opfer von sogenannten "Begradigungsarbeiten" durch örtliche Raftingunternehmen...


Ooops...? War hier früher nicht der Schraubenzieher? Paddler: Darko, Photo by Jan

Hard- or Softcore?
Die Schwierigkeiten liegen durchgehend, bis auf den letzten Kilometer, bei WW 3-4+, wobei die Schwierigkeiten sehr stark vom Wasserstand abhängen. Diese Beschreibung bezieht sich auf Wasserstände von 200 - 230cm, und beruht unter anderem auf Befahrungen im Mai und Juni 2002, also nach den Sprengaktionen. Die Standardstrecke ist 8km lang.

Beste Zeit:
Schneeschmelze bis September.


Dettmar und Jan bei der Besichtigung des Schiefen Ecks

Anfahrt:
Von Deutschland aus am Besten über die A7 - Füssen - Reutte - Imst - Landeck oder über die Inntalautobahn über Innsbruck bis nach Landeck. In Landeck Richtung Paznauntal / Ischgl fahren. Der Einstieg befindet sich ca. 4-5km oberhalb der Ortschaft Pians, der Parkplatz vom Einstieg auf der linken Straßenseite kurz vor einer Holzbrücke an der Mündung von Rosanna und Trisanna. Auf den Autobahnen Vignettenpflicht, die Fahrt über die Landstrasse von Imst nach Landeck dauert aber nur unwesentlich länger. Bitte Tempolimits in Österreich beachten, die Polizei kontrolliert oft und Bußgeldbescheide sind hier verdammt teuer!!!!

Pegel:
Direkt unter der Brücke am Ausstieg: Unter 140cm technisch, ab 170 recht sportlich, ab 200 ziemlich wuchtig aber fair, ab 250 sehr wuchtig. Die Angaben beruhen auf subjektiver Einschätzung.


Am Einstieg, kurz nach der Mündung von Rosanna und Trisanna

Gentlemen, start your Engines!
Der Einstieg befindet sich kurz nach der Mündung von Rosanna und Trisanna, etwa 100m unterhalb der Holzbrücke an einem großen Parkplatz. Gleich nach dem Einstieg geht es schon wuchtig zur Sache, super Surfwellen und ein paar Walzen laden auf dem nächsten Kilometer zum Verweilen und zu Spieleinlagen ein. Auf dieser Strecke kann man sich schon mal für die erste Schlüsselstelle, das Schiefe Eck, warmpaddeln.


Einfahrt zum Schiefen Eck - Paddler beim Mysterymove... :-)

Diese Stelle kommt nach einer Rechtskurve kurz nach einer Betonbrücke und kann auf der linken Seite gut besichtigt werden. Die optimale Route führt von der Mitte des Bachs hin nach rechts knapp an der Felswand vorbei. In der schwereren Route links befinden in der Anfahrt einige dickere Walzen, die vor allem bei kleinen Spielbooten relativ sicher für einige Überschläge sorgen. Vor der Sprengung lauerte hier in der Ausfahrt eine dicke, rückläufige Walze die hin und wieder mal für ausgekugelte Schultern und dicke Blessuren bei einigen Paddlern sorgte. Inzwischen ist diese Stelle aber entschärft und es spült einen nunmehr durch.


Jan im Rückwärtsgang am Schiefen Eck


Ausfahrt des Schiefen Ecks, noch 2 kleine Walzen und dann isser durch...

Danach geht es auf mittlerem Wildwasser durch einige Schwälle mit großen Wellen der Ortschaft Pians entgegen. Wer hier nicht mindestens auf jeder dritten Welle einen krassen Wavewheel zaubert oder es zumindest versucht, ist selber schuld. Nirgendwo sonst in den Nordalpen hat man so viele Möglichkeiten wie hier. Kurz vor der Steinbrücke am Ortseingang von Pians verengt sich der Bach auf einige Meter und es geht wuchtig in den Eingang des Pianser Schwalls.


Pianser Schwall von der Brücke aus.

Dieser ist zwar berühmt - aber zu Unrecht berüchtigt: Von angeschlagenen Schultern, üblen Schwimmern etc. hat wohl jeder schon was gehört - im Grunde genommen ist der Schwall aber gar nicht so schlimm, wie an einigen Lagerfeuern nach 2-3 Pivos erzählt wird. Große Wellen mit ein paar Walzen dazwischen und das war`s auch schon. Wer gerne naß wird und sich durch jede Walze kämpfen möchte, der hält sich mittig links, wer eher die sanfte Tour bevorzugt, paddelt rechts und quert den Bach nach ca. 2/3 des Schwalls vor dem Magnetfelsen im letzten Drittel nach links. In der Ausfahrt befindet sich noch eine nette Walze, der sogenannte Skorpion, wo man sich noch einmal kurz erfrischen kann falls es einem im Schwall zu heiß wurde.


Ausgang des Pianser Schwalls - Dettmar signalisiert dem Fotografen, dass die Walze groooooß ist...


Am Ende des Pianser Schwalls. Paddler ?

Ein großes Kehrwasser auf der linken Flußseite nach der Linkskurve lädt zur Verschnaufspause ein. Geschafft! Weiter gehts mit leichtem bis mittlerem Wildwasser vorbei an ein paar pulsierenden Löchern, die sich meist in den rechten Routen befinden, bis zu einer Holzbrücke. Doch was ist das? Alte Sannahasen werden sich hier fragen: "Wo ist denn der große, fette Monolith genannt Schraubenzieher, der hier früher stand und für ein krasses Loch dahinter sorgte?" Wir sagen: "Fragt doch einfach bei dem Raftingunternehmen aus dem Tal 30km flußabwärts des Inns nach... Riecht es noch immer nach TNT...? :-("


Der ehemalige Schraubenzieher nach der Holzbrücke - Nun steht ein wirklich fettes Ding quer über den Bach... Paddler: Jan Torge

Nichtsdestotrotz ist der Plan nicht ganz in Erfüllung gegangen, denn nun bildet sich über die gesamte Flußbreite eine ca.1,5 - 2m hohe Walze, die selbst Rafts gelegentlich zum Überschlagen bringt. Recht so! :-) Ganz links findet man eine Chickenline, wo es problemlos über eine Stromzunge an dem pulsierenden Ding vorbeigeht. Der nun folgende Abschnitt ist eher etwas leichter, jedoch sollte man sich noch immer nicht gemütlich in den Rückengurt lehnen, da bis zum Ausstieg noch die eine oder andere große Welle und Walze lauern. Unter anderem noch eine schräge Steinschüttung, die aber problemlos fahrbar ist.

Das ist Playboaters Paradise, eine Spielstelle nach der anderen, wie an einer Perlenkette aneinander gereiht! Im Grunde ist der gesamte Bach bis auf ein paar Abschnitte eine einzige Spielstelle. Kalt, schnell und wuchtig, die Sanna macht einfach süchtig!


Kurz vor Ende der Strecke gibt's noch einige kleinere Spielstellen - Paddler: Jan, im Kehrwasser: Dettmar

Ausstieg:
Der Ausstieg ist direkt in Landeck, kurz nach der Strassenbrücke beim Campingplatz Huber. Fahrt aber bitte nicht in typisch - traditioneller Vereinsweise mit 20 Booten gleichzeitig an den Ausstieg ran, sonst wird's im Kehrwasser eng.

Wat gibts sonst noch?
Pizzeria Zaggi am Ausstieg mit fescher Bedienung. Diverse Supermärkte direkt im Ort, Campingplatz direkt am Ausstieg, rafttouristenfreie Campingplätze etwas weiter unterhalb im Ort. Die Toiletten am Camp Huber entsprachen bei unseren "Kontroll"gängen nicht immer unseren Vorstellungen was vorbildliche Sauberkeit angeht, (Messlatte = Camping Amlacherhof / Lienz, Osttirol), was aber auch an den überforderten Raftern liegen könnte, macht euch einfach selbst ein Bild, ansonsten gab es allerdings wenig zu bemängeln. Crazy Eddy ist 40km entfernt in Silz, bietet ein unterschiedliches Party- und Discoprogramm. Übernachtungsmöglichkeiten findet ihr direkt auf dem Parkplatz davor. Warme Thermalquelle in Längenfeld / Ötztal. Sehr empfehlenswert nach einer Wellerbrückenbesichtigung!


Geschafft! Ausgelaugt gehts nach Hause... Aber wir kommen wieder!

Fazit:
Ein astreiner Ride, der eine komprimierte Anzahl von Spielstellen in traumhafter Umgebung aufweist. Je nach Wasserstand wuchtig oder technisch. Dort zu paddeln macht immer Spaß, je nach Kondition, Lust und Laune sind mehrere Befahrungen an einem Tag durchaus möglich. Last but not least sollte man es vermeiden bei ordentlich Wasser auf der Sanna baden zu gehn', da Schwimmer oft lang und meist mit Materialverlust verbunden sind.

Beschreibung: Darko
Photos by Darko & Jan, alle Bilder bei Pegel 200cm

© Soulboater.com 2002

Vorige Beschreibung

Mittlere Ötz, Au Ortsende - Brücke Köfels

Nächste Beschreibung

Untere Murg

Facts

Land Österreich
Bundesland Tirol
Ort Einstieg Wiesberg
Ort Ausstieg Landeck
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach Wuchtwasser
Niederwasser 65
Mittelwasser 88
Hochwasser 105
Schwierigkeiten
(nach Addison)
III|2|A - IV|3|A