Heimste-Lundadalssetra bis Skjak-Welle

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Skjöli – Expressrinne im Lundadalen

Der Skjöli ähnelt wie kein anderer norwegischer Bach einigen unserer zentralalpinen Gewässer: Steil, wasserreich und verdammt schnell. Sein Ursprung liegt im Bereich mehrerer Gletscher in etwa 2000 Meter Höhe. Dementsprechend viel Wasser führt er nach längeren Schönwetterperioden. Plötzliche Wasserstandsanstiege muss man jedoch nicht befürchten, da der Skjöli zunächst durch eine Reihe von langgestreckten Seen fließt. Sie halten zudem Schwebteile zurück und sorgen so für ein ungetrübtes Paddelvergnügen.


Am Anfang bleibt noch ein wenig Zeit zum Aufwärmen. Ulrich Kittelberger

Den größten Fehler, den der Skjöli-Neuling machen kann, ist, den Bach zu unterschätzen. Von der Mautpiste aus sieht das Ganze eher harmlos aus, so wie eine Mischung aus Pitzbach und Loferbach, eigentlich noch recht übersichtlich. Aber Achtung! Begibt man sich zum Besichtigen auf Wasserniveau, wird schnell klar, dass die Wasserführung größer ist, als es zunächst den Anschein hatte. Das hohe Gefälle hält auf weiten Strecken unverändert an. Keine schönen Aussichten für Bademeister.


Sebastian Gründler und Ulrich Kittelberger auf dem Skjöli

Der Einsatz liegt am Ende der Straße im Weiler Heimste-Lundadalssetra. Je nach Motivation kann ober- oder unterhalb der kleinen Brücke, über die der Weg ins obere Lundadalen führt, eingesetzt werden. Die Doppelstufe unter der Brücke bildet jedenfalls einen würdigen Auftakt für die folgenden sieben Kilometer Non-Stop-Action.


Sebastian Gründler im Kernstück

Zunächst bleibt der Skjöli eher friedlich. Spätestens wenn die ersten kleinen Stufen auftauchen und der Bach beginnt, unübersichtlicher zu werden, sollte jedoch die Entscheidung fallen, ob die Fahrt fortgesetzt oder der Weg zur nahegelegenen Straße genommen wird. Bald darauf beginnt der Skjöli in einer ununterbrochenen Folge von wuchtigen Katarakten talwärts zu rasen. Dabei wechseln sich verblockte Abschnitte mit grundgesteinsdominierten Passagen ab.


Zahlreiche kleine Stufen und kräftige Walzen erfordern viel Aufmerksamkeit und gutes Reaktionsvermögen.

Eigentlich gibt es auf der gesamten Fahrtstrecke kaum herausragende Stellen. Erwähnenswert ist ein technisch anspruchsvoller Katarakt im ersten Streckendrittel, der mit einem Siphon auf der linken Flussseite garniert ist. Allerdings ist dies nicht das einzige Kriterium. Ein wenig Unaufmerksamkeit und schon parkt man in einem der garstigen Rückläufen oder bekommt die Härte eines quer liegenden Baumstammes zu spüren. Der Blick des gesundheitsbewussten Paddlers sollte also nicht nur der nächsten Naturschönheit, sondern auch dem nächstbesten Kehrwasser gelten.


Ulrich Kittelberger im Kernstück

Gegen Ende der Strecke geht die Waldschlucht allmählich in eine Felsschlucht mit Niedrigklammabschnitten über. Die Schwierigkeiten lassen zwar etwas nach, es befinden sich hier jedoch noch einige anspruchsvolle Absätze, die bei höheren Wasserständen für den einen oder anderen Adrenalinschub sorgen können. An einer dieser Stufen hat es im Sommer 2004 einen tödlichen Unfall gegeben. Also Augen auf!

Wenn sich die Schlucht zu öffnen beginnt, kommt bald der Pegel am linken Ufer in Sichtweite. Was jetzt folgt, ist kurzweiliges, aber unspektakuläres Wildwasser in einem offenen Geröllbett. Nach zwei Kilometern ist die Mündung in die Otta und kurz danach die bekannte Skjak-Welle mit der Aussatzstelle erreicht.


Kurzbeschreibung:
Einsatz: Brücke bei Heimste-Lundadalssetra
Aussatz: Skjak-Welle
Fahrtstrecke: 7 km
Pegel: Halvorgjerdet, MW: 50 cm
Charakter: Steile Katarakte in einer relativ offenen Waldschlucht, gegen Ende Niedrigklamm mit einzelnen Stufen und Rutschen.
Gefälle: ca. 50 Promille
Schwierigkeiten: WW IV-V (V)
Besondere Gefahren: zu hoher Wasserstand, Baumhindernisse

Nils Kagel

Alle Bilder: © Sebastian Gründler und Nina Wittig, herzlichen Dank!

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Facts

Land Norwegen
Ort Einstieg Lom/ Otta
Ort Ausstieg
Klassifizierung Playspot
Kategorie Sturzbach Offener Wildbach Klamm Welle
Mittelwasser 50
Schwierigkeiten
(nach Addison)
IV|3|A - V|4|B