Bunkerschwallstrecke, 3. Klamm

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Soca - Bunkerschwallstrecke mit der 3. Klamm

Ostern: Ein ganz normaler Tag, der Pegel in Zaga zeigt zwischen 60 und 70cm an. Ein ganz netter Wasserstand, stellt sich nur die Frage wo wir heute paddeln gehn.
Als genialer, nicht überaus schwerer und landschaftlich absolut lohnender Abschnitt bietet sich bei diesem Wasserstand die Bunkerschwallstrecke an. Rein in die Autos und auf gehts in Richtung Vrsicpaß. Irgendwann (2-3km) nach der Ortschaft Log Cezsoci erreichen wir die Hängebrücke (langgezogene Parkbucht auf der rechten Seite, Vorsicht "Radar-Bulls Slowenia") und 50m weiter oberhalb setzen wir ein. Direkt unter der Hängebrücke fängt der Bunkerschwall an und legt sich gleich von Anfang an recht nett ins Zeug. Als weitere Highlights dieser Strecke gelten unter anderem der neu entstandene steile Felssturz (aufgrund Klemmgefahr bedingt fahrbar, umtragen rechts), die wunderschöne 3. Klamm und viele, viele Eddylines wo man den ganzen Tag spielen kann.


Die erste Stufe, die sogenannte Schlitzstufe muss sicher befahren werden um oben nicht quer zu kommen und im "angeblichen" Siphon rechts davon zu landen. Ob diese Stelle allerdings ein echter Siphon ist oder nicht kann ich nicht genau sagen, ordentlich unterspült ist sie allemal. Der Rentnerpfad am rechten Ufer ist klemmgefährlich, da Steine im Unterwasser - umtragen ist natürlich auch kein Problem.


Steffen am Ausgang des Bunkerschwalls, oben rechts der Siphon

Weiter geht es im Bunkerschwall (bis WW III-IV), schön verblocktes Wildwasser mit vielen tollen Kehrwässern, kleinen Walzen, Wellen und Engstellen socaabwärts. Kurz vor Ende des Schwalls gibt es einen richtigen Siphon auf der linken Seite - glücklicherweise liegt dieser aber nicht in der Hauptströmung, sollte jedoch nicht dazu animieren, eine neue Route auszuprobieren. Nach ungefähr 200m kommt man in ruhigeres Gewässer und es folgen immer wieder kleine Schwallstrecken mit schönen Blöcken die zum Rocksplatten förmlich einladen. Doch Vorsicht: Viele der Blöcke sind, wie an der gesamten Soca, unterspült und Rocksplats gegen unterspülte Felsen sind alles andere als angenehm.

hier besser nicht runterfahren, Steckgefahr!!!
Der neu entstandene Felssturz.

Nach einiger Zeit wird die Schlucht enger und von weitem sieht man auf der linken Seite den Felssturz (heller, abgebrochener Fels), der beim letzten Erdbeben in die Soca abgegangen ist und die Stelle sehr gefährlich gemacht hat. Anfänger und Leute die nicht absolut sicher im Boot sitzen und nicht wissen was sie tun müssen diese Stelle rechts umtragen. Auf der linken Seite versperrt ein großer Siphon die Durchfahrt, auf der rechten Seite ist eine Befahrung unter gewissen Bedingungen möglich, es besteht jedoch hohe Klemmgefahr. Vorsicht, wenn man in der Einfahrt nicht dynamisch genug seine Bootsspitze nach rechts ans Ufer dirigiert, steckt man fest!! Mir ist das auch einmal aus Unaufmerksamkeit passiert (winkte meinem Fotografen schön zu... ) und die letzten 2 "Stufen" durfte ich nach einem kleinen Kampf gegen die wilden Wassermassen auf meinem Heck rückwärts und kopfüber runterrutschen... Beim letzten Mal gab es eine nette Rettungsaktion eines Diablo Fahrers, der bei richtig wenig Wasser einen gefährlichen Stecker gebaut hat und dumm aus der Wäsche schaute obwohl wir ihn vorher ausdrücklich davor gewarnt haben... Umtragt diese Stelle aus Sicherheitsgründen besser!!!


Steffen beim Scouten der Klammeinfahrt

Nach diesem Felssturz geht es zunächst wieder ohne nennenswerte Schwierigkeiten (WW II-III) weiter, bis nach einer langen Kiesbank die Wände ganz nah zusammenrücken und die wunderschöne 3. Klamm auftaucht. Anlanden und Besichtigen sollte zum Pflichtprogramm gehören, ausser man ist sich ganz sicher dass kein Baum drinne steckt. :-) In der Mitte der Klamm geht eine Hängebrücke über den Bach, von der man einen guten Überblick hat und ausserdem tolle Fotos schiessen kann.


Die 20m tiefe S-Kurve der 3. Klamm von der Hängebrücke aus

Fakten zur 3. Klamm: Zwei Hauptkriterien sind der Eingang mit hineinragender Felsnase in Kopfhöhe auf der linken Seite und das "Achterbahn-S" nach der Hängebrücke. Nur sichere Fahrer bei denen die Rolle hunderprozentig sitzt sollten in diese Klamm reinfahren, alle anderen haben dort nichts verloren. Der Eingang muss sicher befahren werden um nicht gegen die Felsnase links zu knallen. Das Wasser im S nach der Hängebrücke ist 20m tief und die absaugende Strömung enorm. Ausserdem gibt es in diesem Bereich unterspülte Wände. Wenn man da schwimmt, dann sehr tief und lang. Vor zwei Jahren ist ein Paddler in diesem S ertrunken nachdem er das S durchschwommen hat, was an sich nicht lebensbedrohend war. Allerdings wurde ihm eine Treibholzpackung in einer Auskolkung in der Wand zum Verhängnis. Ein anderer Bekannter berichtete mir nach einem Tauchgang dass er sehr weit abgesaugt worden ist und die Luft verdammt knapp wurde... [dies nur als Warnung!!]


"Freiburger ?" versaut in der Einfahrt die Linie und übt den Mysterymove...

Ansonsten ist die Klamm ein echtes Highlight auf der Soca und wenn man Glück hat sieht man im glasklaren Wasser der Klamm einige große Forellen. Wer die Klamm umträgt, kann in den zweitletzten Gumpen (nach dem S !!) im Klammausgang einen Felsenstart machen oder einfach hineinspringen und bis zum Klammausgang schwimmen! Wie unsere Springer auf dem nächsten Foto...


hinein in den Gumpen im Klammausgang, Paddler Hiasis Kumpelz, Foto by Hiasi

Danach folgt die sogenannte "Hausstrecke". Viele Anfänger und vor allem johlende Gummibootpiloten sind ab hier an anzutreffen, die alles plattwalzen was Ihnen in den Weg kommt. Allerdings entschädigen dann die unzähligen Abkrauler (ob von Paddlern nachgeholfen oder nicht ;-) )dieser Raftingfreunde den breit grinsenden Paddler... :-) Leicht verblocktes Wildwasser mit netten Eddylines und hin und wieder der einen oder anderen Spielwalze. Ungefähr 300m nach der Klamm folgt dann der sogenannte "Frauenschlucker". Eine große dunkle Felswand auf der rechten Seite mit Brücke zum anderen Ufer. Die Strömung zieht richtig auf die Wand drauf, das Prallpolster ist relativ klein. Vorsicht, Unterspülung!!! Die Kehrwasserverschneidung ist aber von der ganz feinen Sorte und 10 m weiter oberhalb befindet sich eine nette kleine Kerzelstelle wo man Spielen kann bis zum Abwinken...


Darko in der Walze vor dem "Frauenschlucker-Felsen" ...peace!

Danach folgen noch ein paar Kilometer leichtes WW, eigentlich nichts nennenswertes mehr ausser einigen netten Schwällen und Spielstellen. Nun nähern wir uns auch langsam der Koritnicamündung am Camp Kovac - ab hier wird das bis dahin glasklare, türkise Wasser von der durch den verheerenden Erdrutsch mit Kies aufgefüllten Koritnica wochentags durch Bauarbeiten ziemlich eingetrübt. Der Ausstieg befindet sich direkt an der Kiesbank wo die Koritnica mündet... Landschaftlich ist dieser Streckenabschnitt ein Highlight auf der Soca und nicht ohne Grund eine meiner Lieblingsstrecken auf diesem Bach...

Darko, Hiasi, Toni
© Fotos by Darko & Hiasi Alle Fotos bis auf den Gumpenspringer sind an Ostern 2001 entstanden.

weitere Fakten zu dieser Strecke:
Schwierigkeiten: Wildwasser von II-IV- (Felssturz im Schwierigkeitsgrad darüber, hohe Klemmgefahr - nur bedingt fahrbar, umtragen rechts wird empfohlen!!)
Besondere Gefahrenstellen: Schlitzstufe mit Unterspülung am Anfang, Siphon am Ende des Bunkerschwalls links, Felssturz, 20m tiefe 3. Klamm, (Frauenschlucker, nur für die die nicht sicher im Boot sitzen).
Nervender Faktor wie an der gesamten Soca: Fischer *g*

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Facts

Land Slowenien
Bundesland Goriska
Ort Einstieg Kal-Koritnica oberhalb des Bunkerschwalls
Ort Ausstieg Bovec Koritnicamündung
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach Klamm
Niederwasser 50
Mittelwasser 75
Hochwasser 110
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II+|2|A - IV|4|B