WM-Strecke, Slalomkurs

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Die WM-Strecke / Slalomstrecke

Dieser Abschnitt gehört zweifelsohne zu den schweren Etappen des türkisen Flußes. Nicht einmal einen Kilometer lang ist diese Strecke, und dennoch zeigt die Soca hier einiges von ihrer Kraft, die sich in der anschließenden großen Schlucht noch deutlich steigert. Je näher man der zerschossenen Brücke kommt, desto höher der Adrenalinschub. Die schwirigsten Stellen, verteilen sich auf den gesamten Abschnitt. Diese liegen hier zwar "nur" bei WW IV ( bei HW bis V-), die Gefährlichkeit ist hier aber einer der entscheidenden Faktoren - tiefe Unterspülungen und Siphone gibt es hier in Massen und Schwimmeinlagen sind tunlichst zu vermeiden, denn hier herrscht Lebensgefahr!!


Blick von der Hängebrücke aus auf den Slalomparcour

Einstieg: Dieser befindet sich, sofern man nur diesen Abschnitt fahren will, direkt am Ausstieg der Friedhofstrecke, also unterhalb der Hängebrücke am Campingplatz von Trnovo ob Soci.

Auf den ersten Metern geht es auf leichtem Wildwasser los und man hat knapp 150 m um sich warm zu paddeln. Danach folgen schon die ersten schwereren Abschnitte. Die Verblockung nimmt deutlich zu, das Gefälle und die Fließgeschwindigkeit sorgen für wuchtiges WW. Walzen, stark saugende Kehrwässer, Rückläufe und starke Verschneidungen bieten ein tolles WW-Erlebnis. Am Ende des ersten Drittels ist ganz links aussen ein stark angespülter und unterspülter Felsen (unter Abfahrtspaddlern als "Knusperfelsen" bekannt) an dem man direkt vorbei muß.


Stelle im ersten Drittel der WM-Strecke, Paddler: Paolo und Christian "Dobre Mercha" Zicke

Der größte Teil der Hauptströmung knallt direkt auf diesen Felsen, unbedingt soweit als möglich rechts (weg vom Felsen) halten. Bei der großen Walze danach NICHT den Chickenweg ganz rechts beim Fußpfad wählen. Nach dem kleinen, schrägen Abfall besteht extreme Steckgefahr bei den beiden meist überspülten Felsen im Unterwasser. Danach beruhigt sich die Soca kurz und gönnt dem Paddler eine Atempause. Es folgt die letzte Stufe der offiziellen Slalomstrecke. Knapp davor befindet sich auf der rechten Seite ein kleines Kehrwasser, das sich zum Ausstieg anbietet.


Zicke an der Terasse

Nun folgt die sogenannte "Balkonstufe". Wer weiterpaddelt sollte sich in dieser Stufe unbedingt nach links halten und das "Pflichtkehrwasser" nehmen. Die Walze selbst zieht unheimlich stark zurück, und sorgt selbst bei guten Paddlern des öfteren für Überraschungen und unfreiwillige Walzenritteinlagen. Einige Meter nach der Walze befinden sich die beiden weit unterspülten Felsen in der Mitte des Flußes, die man aber über das o.g. Pflichtkehrwasser bequem umfahren kann. Danach folgen noch zwei weitere Stufen mit nicht zu unterschätzenden, starken Walzen. Die erste Stufe wird normalerweise links gefahren, die zweite Stufe über eine Zunge. In der ersten Stufe befindet sich unter Wasser ein großer Stein der tierisch unterspült ist und wo momentan auch ein Baum drin steckt.


Paolo und Zicke

Spätestens im Kehrwasser VOR dem roten Kreuz am Felsen mit den Brückenresten ("zerschossene Brücke" - linker Brückenfelsen ist gefährlich siphoniert!!) sollte eigentlich für alle "Hobby"-paddler Schluß sein, denn danach beginnt der schwierigste und vor allem gefährlichste Teil der Soca, die große Siphonschlucht, die ihren Namen nicht umsonst hat. Viele "Marterl" und Gedenktafeln entlang des Pfades am Ufer zeugen von ihrer traurigen Geschichte.


Paolo Benatti in der vorletzten Stufe vor der Zerschossenen Brücke

Viel Spaß, Toni, Nils, Darko
Photos by Darko Pelikan

weitere Infos:
Auf den ersten hundert Metern leichtes bis mittleres WW. Der Eingangskatarakt hinter der Hängebrücke vermittelt einen ersten Eindruck dieses Abschnittes. Besichtigung vom Wanderpfad am Ufer entlang gut möglich und empfehlenswert.
Besondere Gefahren: Unterschätzung der Gefährlichkeit, Starke Walzen, Unterspülungen, Siphone, Baumversperrungen in den engen Durchfahrten und Schlitzen. Baum in der vorletzten Stufe vor dem "Kreuz" im Unterwasser (s.o.). Unmittelbar an der zerschossenen Brücke sehr großer Siphon links, tödlicher Trainingsunfall einer italinischen Slalomfahrerin vor einigen Jahren.
Das rote Kreuz an der gesprengten Brücke ist leider kaum noch zu erkennen, vielleicht sprayt es jemand in der nächsten Zeit nach?!
Dieser Abschnitt unterliegt nicht der zeitlichen Befahrungsregelung. Kartenkontrolleure.

Vorige Beschreibung

Friedhofstrecke

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Große Schlucht, Trnovo ob Soci

Facts

Land Slowenien
Bundesland Goriska
Ort Einstieg Srpenica, Hängebrücke
Ort Ausstieg Srpenica, Zerschossene Brücke
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Niederwasser 55
Mittelwasser 75
Hochwasser 100
Schwierigkeiten
(nach Addison)
III|3|B - IV+|4|B