Tunna, 15km ab dem Fossbakken bis Brücke bei Tynset

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Tunna - viel Spaß bei viel Wasser

Alfons Zaunhuber beschreibt die Tunna in seinem Buch "Canyons in Europa"als Wildfluß mit "schluchtartigen Abschnitten und Wasserfällen, die selbstverständlich nicht befahrbar sind". Autotouristen könnten diese stiebenden Kaskaden von der Straße aus bewundern Wir waren gespannt, ob unsere durch seine Beschreibung hochgesteckten Erwartungen an diesen Bach erfüllt werden würden.


kurz nach dem Einstieg am Fossbakken

Zunächst ging es in Tynset an die Ausstiegsbrücke. Wasser floß unserer Ansicht nach ausreichend darunter hindurch im Gegensatz zum letzten Jahr, als nur Rinnsale zwischen
Kiesbänken plätscherten. Also fuhren uns unsere Shuttlebunnies die 15 Kilometer hinauf zum Einstieg am Fossbakken, einem Wasserfall in einer Engstelle unter einer Straßenbrücke.
Eine Besichtigung von der Brücke über dem Wasserfall ergab auch hier einen ausreichenden Wasserstand von ca 15 Kubikmetern. Boote abladen, umziehen und das Material in die Schlucht runterschleppen, war nach kurzer Zeit erledigt und wir standen erwartungsvoll am Tumpf des Fossbakken.

Die ersten Kilometer nach dem Einstieg ging es lustig verblockt hinab, die Schwierigkeiten lagen im Bereich um WW III, also alles spaßig auf Sicht befahrbar. Nach 4 Kilometern
Einpaddelstrecke mündet von links die Lona in Form eines spektakulären zweistufigen insgesamt wohl 12 Meter hohen Wasserfalls und bringt eine Menge Zuschußwasser. Wer Lust auf einen Genußhüpfer hat, steigt kurz aus, trägt sein Boot bis auf halbe Höhe des Falls und befährt die zweite Hälfte auf der rechten Seite. Ein ungefähr 4 Meter hoher Sprung über eine schräge Rampe in einen pulsierenden Gumpen.


Jan-Peter vor dem hohen Mündungsfall der Lona

Weiter ging es mit jetzt etwas gestiegenem Wasserdruck bis zur Straßenbrücke der das Tal durchquerenden Schnellstraße. Hier verengt sich die Tunna bei zunehmendem Gefälle, die Verblockung ist aber immer noch gut zu überschauen und es geht spielerisch unter der Brücke hindurch. Und hier sollte man nach 6 Kilometern Fahrstrecke auf interessantem Wildwasser auch aufhören, denn was jetzt kommt, fordert für die nächste Stunde nicht das fahrerische Können sondern ist in erster Linie eine Frage des Reibungswiderstandes von PE.

Die Tunna fächert in einem einsamen breiten Tal mit vereinzelt stehenden alten Bauernhäusern auf 50 - 80 Meter Breite aus, nachdem sie auf der vorherigen Strecke nur 10
-; 20 Meter breit war, das Ganze bei gleichbleibendem eher geringem Gefälle. Das Wasser rinnt zwischen bis zu fußballgroßen Kieseln hindurch und verliert sich in der Breite des
Flusses. Für uns hieß das mit Händen und Paddeln das Boot über die Steine schieben, aber nicht nur ein für paar Meter sondern auf einer Strecke von beinahe 7 Kilometern. Aussteigen lohnte sich auch nicht, da zwischendurch immer wieder tiefere Stellen und Pfützen kamen, an denen man ein paar Meter ohne Grundberührung paddeln konnte. Nach dieser Strafarbeit waren wir froh, als sich der Fluß irgendwann wieder verengte und das Wasser bei steigendem Gefälle in eine kleine Schlucht hineinrauschte.


vor einem Rücklauf in der unteren Schlucht

Über Grundgesteinsriegel und grobe Blöcke ging es übersichtlich bergab. Im Flußführer wurde vor einer wehrähnlichen Stufe mit starkem Rücklauf am Ende dieser Schlucht gewarnt. Diese Stufe könnte bei höherem Wasserstand ziemlich gemein werden, weil das fallende Wasser in der Mitte im Unterwasser auf einen Felsriegel prallt, der einem Tosbecken nicht unähnlich ist. Bei unserem niedrigen Wasserstand war es kein Problem, links auf einer ausgeprägten Stromzunge durch mehrere kleineWalzen den Rücklauf zu umfahren. Danach ist der Bach kanalartig ausgebaut und fließt ruhig noch einen weiteren Kilometer bis zur Ausstiegsbrücke nahe Tynset.

Fazit:

Es gibt landschaftlich und fahrtechnisch wesentlich schönere Bäche wie zum Beispiel die Unsetäa und Folla ganz in der Nähe. Wer die Tunna befahren will, sollte unbedingt darauf achten, einen hohen Wasserstand zu haben. Der Bach verträgt auch im oberen Teil eine ganze Menge mehr Wasser, als wir es bei unserer Befahrung hatten, unter geschätzten 40 Kubikmetern würden wir nicht noch einmal einsteigen.

Jan-Peter
© Fotos by Uwe Skambraks

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Lora, Oberlauf

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Unsetäa, Oberlauf

Facts

Land Norwegen
Ort Einstieg Tynset
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Offener Wildbach
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II|2|B - III+|3|B