Björbo Playforsen

Autor: Jan-Peter
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Björbo. Der Playforsen am schwedischen Västerdalälven.

Fors oder auch Fossen bedeutet auf schwedisch Stromschnelle. Wenn man nach Skandinavien fährt, stehen öfter mal Schilder an den Strassen, die auf diese Naturschauspiele hinweisen. Ob es sich um einen harmlosen, kleinen Schwall oder einen furchterregenden, herunterdonnernden Wasserfall handelt, lässt sich dann aber oft erst bei persönlicher Besichtigung erfahren.

In Björbo sind es gleich mehrere Fossen, die neben der Hauptstrasse den Playboater zum Paddeln einladen. Je nach Wasserstand mehr oder weniger verblockt gehören sie durchaus nicht mehr zur Kategorie harmloser Schwall und eignen sich gut zum Spielbootfahren.


Jan-Peter im mittleren Fänforsen

Bei hohem Schmelzwasserstand im Frühjahr fliessen hier an einigen Tagen 500 Kubikmeter pro Sekunde durch das an einigen Stellen über 100 Meter breite Flussbett, der Västerdalälven ist in Björbo schliesslich schon über 200 Kilometer lang.

Bei unserem sommerlichen Wasserstand von unter 100 Cumecs waren die Schwierigkeiten im 3. Schwierigkeitsgrad eher moderat, der Vorteil liegt dann allerdings darin, dass die vielen Spielwalzen und -wellen gut aus Kehrwassern erreichbar sind und man auch die Chance hat, sich in Ufernähe oder hinter Inseln wieder zu den Playspots hochzuarbeiten und damit viel Zeit an einzelnen Stellen surfend oder walzenreitend zu verbringen.


Uwe Skambraks im Fänforsen

Einmal jährlich wird in Björbo das Riverfestival "Masters of Water" veranstaltet, mit Boater-X und Rodeo. Beim Boater-X werden in Vierergruppen nach K.O.-System die Kernstellen des Fänforsen befahren, wobei der Streckenverlauf von den Veranstaltern durch Bojen festgelegt ist, dessen schnellste Route zwangsläufig durch die grössten Abfälle und Walzen führt und für spektakuläre Szenen und in diesem Jahr auch für einige Schwimmer sorgt.


Jury und Zuschauer beim Master of Water Rodeo in Björbo

Das sich anschließende Rodeo findet in einer brechenden Welle im unteren Teil des Fänforsen statt, die sich gut für Loops und andere Newschool-Moves eignet. 35 Teilnehmer aus Schweden, Norwegen, Finnland und Nepal machten beim diesjährigen Rodeo mit, weitere Infos darüber gibt es auf schwedisch bei http://www.forspaddling.com/ in dem Bericht "Shit vad det svänger!"


Die Rodeoteilnehmer

Anfahrt:
Björbo ist von Hamburg ca 1000 Kilometer entfernt, wenn man die für Autos über 1,90 Meter Höhe günstigste Route der Vogelfluglinie benutzt. Hin- und Rückfahrt der Fähre kosten 150 Euro, wenn das Fahrzeug 6 Meter Länge nicht überschreitet, eine Höhenbeschränkung gibt es bei den Fähren nicht. Die Reise geht durch Dänemark und Südschweden über Jönköping, Örebro und Ludvika nach Björbo. In Björbo fährt man ca 5 Kilometer flussauf am gut als Natursehenswürdigkeit ausgeschilderten Fänforsen vorbei bis zum 2 Kilometer oberhalb befindlichen Kärringforsen.
Der Einstieg ist oberhalb dieses Fossens im ruhig und seenartig dahinfliessenden Västerdalälven. Gleichzeitig ist hier ein wilder Übernachtungsplatz, der scheinbar nur von Anglern und Wildwasserpaddlern benutzt wird.


Surfwelle (Björbo Rodeo)

Der Kärringforsen ist durch eine Insel in 2 Arme geteilt, die sich beide gut befahren lassen, wobei sich im linken Arm bei höherem Wasserstand hohe Surfwellen aufbauen.

Nach ungefähr einem Kilometer Wildwasser mit vielen Spielwellen fliesst der Västerdalälven nahe der Hauptstrasse ruhig dahin, bis sich durch lautes Rauschen und eine Abbruchkante mit dahinter hochspritzendem Wasser der Fänforsen ankündigt, der nach Aussagen von Locals beste Playspot in weitem Umkreis.

Eine genaue Beschreibung der ganzen Strecke mit Karte gibt es von Erik Wettergreen unter http://www.forsguiden.com/river.asp?id=1


Fänforsen

Es gibt mehrere Routen im breiten Flußbett, so dass auch bei mehrmaligem Befahren mit anschliessendem linksufrigem Hochtragen auf Aussichts- und Wanderwegen keine Langeweile aufkommt und man sich mehrere Stunden an den verschiedenen Spielstellen aufhalten kann. Bei der ersten Befahrung empfiehlt es sich, zumindest den mittleren Abschnitt wegen einiger grosser Walzen von einer felsigen Insel aus zu besichtigen.

Ansonsten lässt sich die Route zumindest bei moderatem Wasserstand gut vom Boot aus beurteilen, wenn man zwischendurch mal hinter Felsen ins Kehrwasser fährt oder im ruhigeren Auslauf von Walzen den weiteren Verlauf erkundet.

Das Wasser ist aufgrund der Länge des Flusses und der seenartigen Zwischenstücke angenehm warm, so dass wir uns für Neo-Shortys beim Paddeln entschieden hatten. Komisch nur, das die einheimischen Paddler und Rodeoteilnehmer entweder lange Hosen oder sogar Trockenanzüge trugen.

Der tiefere Sinn ergab sich uns aber schnell, als wir im Boot sitzend auf Wellen surften und plötzlich starken Juckreiz an den Beinen bekamen, weil einige Stechmücken und "Knots" sich vorab ins Boot geschlichen hatten und jetzt genüsslich Brotzeit auf unsere Kosten machten. Es empfielt sich also, in Skandinavien wenn schon nicht im Neo so doch zumindest in einer Strumpfhose o.ä. zu paddeln.

Jan-Peter

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Facts

Land Schweden
Bundesland Jämtlands
Ort Einstieg Björbo
Ort Ausstieg Björbo
Klassifizierung Playspot
Kategorie Welle Walze
Schwierigkeiten
(nach Addison)
II|2|A - III+|3|B