Sambesischlucht, Stromschnellen 1-25

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Sambesi

Der Sambesi ist für seine Qualitäten als Spielfluss berühmt und hat viele gute Surfwellen in petto. Parallel dazu bietet er rassiges Wuchtwasser; Solches das herausfordert, und bei dem man während der Anfahrt lange Zeit nichts als die Horizontlinie sieht, und solches, bei dem man wie auf einem Zug hoher Wellen ins Genießen kommt.


Unterhalb der 106m hohen Victoria Falls und der VIer "Minus Rapids"

Um es vorweg zu nehmen: Der Sambesi eignet sich durchaus auch für Paddler, die auf mittelschwerem Wildwasser sicher fahren. Jeder Rapid kann besichtigt und umtragen werden. Falls bei der Befahrung etwas nicht nach Plan läuft, erleichtert der Pool-Drop-Charakter des Flusses das Aufrollen oder die Materialbergung unterhalb der jeweiligen Rapids.
Ein anderer positiver Aspekt des Sambesis ist, dass die Stromschnellen nur ein oder maximal zwei Bewegungsabläufe erfordern, z.B. der Rapid Nr. 5. Bei "Stairway to heaven" besteht dieser Move darin, einer Schrägwelle zwischen zwei Walzen hindurch nach rechts zu folgen. Gelingt diese Aktion, dann stimmt die Linie, und das oft für den ganzen Rapid.
Weltberühmt sind Rapid No. 11 (Tunnelwelle) und 12b. Astreine Surfwellen.


Kurzbeschreibung (Tagesetappe Rapid Nr. 1bis 25)
Der Sambesi kann von Juli bis März befahren werden, wobei er im September/Oktober Niedrigwasser und von März bis Juli Hochwasser führt. Die Angaben in diesem Text beziehen sich auf einen guten Mittelwasserstand (oberes level), wie man ihn gewöhnlich (je nach Beginn der Regenzeit) in der zweiten Dezemberhälfte antrifft.

Niedrigwasser (Oktober/November) ist einer der schwierigsten Wasserstände, weil dann einige Walzen giftiger sind, während gutes Mittelwasser (September/Dezember/Januar) manche Walzen softer werden lässt. Bereits bei Mittelwasser nehmen Whirlpools zu, man sollte daher die Kehrwasser-Verschneidungszonen meiden.

Die Tagesetappe ist ca. 25 km lang (je nach gewähltem Ausstieg) und hat 21 - 23 ausgeprägte Rapids. Von Sambia aus erreicht man über einen Pfad durch üppigen Dschungel den "Boiling Pot" und setzt bei Rapid Nr. 1 ein. Die Boote lässt man am besten von einem einheimischen Porter tragen, das kostet pro Strecke pro Kajak 2.500-3.000 Kwacha (= beim derzeitigen Kurs ca. 1 EUR). Für die sogenannten "Minus-Rapids" unter den Vic-Falls hatten wir im Dezember bei weitem zuviel Wasser. Um diese, z.B. im Oktober, paddeln zu können, muss man die Kajaks noch ein gutes Stück Fluss aufwärts tragen (lassen).


Von Simbabwe aus kommt man erst ab Rapid Nr. 4 zum Sambesi und verpasst so zwei gute Spielstellen zum Aufwärmen. Der anspruchvollste Abschnitt startet bei Rapid Nr. 4 und geht bis Nr. 9 (Nr. 4 bis 8: WW IV und V, Nr. 9 ("Commercial Suicide") ist V+ und dazu auch noch gefährlich) danach bleibt es weiterhin sehr wuchtig, aber mit viel Spielpotential in einer wunderschönen Landschaft (WW III und IV+).
Der Flachwasserabschnitt nach Rapid Nr. 14 wird durch eine "Krokodil-Safari" versüßt, man muss nur genau schauen, da die hier eher kleinen, schwarzen Echsen auf den Felsen mit gleicher Farbe quasi unsichtbar werden. Das Krok, das sich neben uns ins Wasser gleiten ließ, bemerkten wir allerdings sofort, und haben daraufhin schleunigst das Weite gesucht.

Wer sich erst langsam an den Fluss gewöhnen will, kann nach Rapid Nr. 10 sowohl von Sambia als auch Simbabwe über Pfade zum Fluss gelangen. Weitere Einstiege bzw. Ausstiege für kürzere Varianten der Tagesetappe befinden sich bei den Rapids Nr. 6 und 13 (nur Sambia) und Nr. 11 (nur Simbabwe). Der Ausstieg bei Nr. 6 ist der letzte, der per Taxi erreicht werden kann. Wer weiter flussabwärts paddeln will, spricht sich am besten mit den ortsansässigen Raftern ab.
Von Sambia aus nehmen "Safari par Excellence" (SafPar) und "Extreme" selbständige Paddler mit, wobei sich SafPar als die kajakerfreundlichere Gesellschaft erwiesen hat. Für 25 USD pro Person kann man am Lunch und am Ausstiegsbier teilhaben. Nimmt man dagegen nur den Lift mit dem LKW der Rafter vom Ausstieg zu deren Basis in Livingstone/Sambia in Anspruch, geht das auch kostenlos.
Zum Kennenlernen empfiehlt es sich jedoch, in einer Kajakgruppe erst mal die Linien durch die Rapids zu checken.

Anfahrt / Kajakmiete / Restaurants:
Anreise je nach politischer Situation über Simbabwe (z.Zt. kritisch) oder Sambia. Der Flug von Frankfurt über London nach Lusaka/Sambia mit British Airways kostet ca. 720 EUR. In diesem Preis ist das Kajak inkludiert wenn man das Gepäcklimit von 33 kg (23 kg + 10 kg Handgepäck) nicht überschreitet. Von Lusaka nach Livingstone fährt ein Express-Bus, der (gegen Aufpreis) auch die Kajaks transportiert.
Kajaks kann man allerdings auch vor Ort, z.B. bei Arnaud ("Papagayo´s" Backpackers und Camping in Livingstone) ausleihen. Das Papagayo´s ist zudem ein guter Platz um Paddler aus aller Welt zu treffen.
Zum Essengehen abends in Livingstone sind das "Funky Munky" (super Pizzen!), und das "Hippo´s" , fürs Frühstück dann das "Zig Zag-Café" zu empfehlen.
Die Videos Wicked Liquid I+II sind allen Sambesi Liebhabern und Interessierten wärmstens zu empfehlen ;-)

Christine Frei


© Bilder Christine Frei
Soulboater.com 2000-2004

Vorige Beschreibung

Tavignanoschlucht, unterhalb der Vecchio Mündung

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Lora, Oberlauf

Facts

Land Zimbabwe
Ort Einstieg Nbububuzu
Ort Ausstieg
Klassifizierung Wildwasser
Kategorie Wuchtwasser
Schwierigkeiten
(nach Addison)
IV|2|D - V|3|D